Nutzer von Google Chrome berichten zunehmend von unerklärlichen Speicherproblemen auf ihren Computern. Der Grund: Ein neues KI-Modell von Google wird automatisch in den Browser-Verzeichnissen installiert und belegt bis zu 4 GB Speicherplatz.

Wie das 4-GB-KI-Modell in Chrome landet

Hintergrund ist eine Datei namens weights.bin, die mit dem KI-Modell Gemini Nano von Google verknüpft ist. Diese Datei wird automatisch in den Systemordnern des Browsers abgelegt, sobald bestimmte KI-Funktionen in Chrome aktiviert sind. Dazu gehören unter anderem:

  • Betrugserkennung
  • Schreibassistenz
  • Automatische Vervollständigung
  • Vorschlagsfunktionen

Das KI-Modell soll die Nutzererfahrung verbessern, führt jedoch bei vielen zu einem unerwarteten Speicherverbrauch.

Warum die Datei so groß ist

Gemini Nano ist ein on-device-Modell, das direkt auf dem Gerät läuft. Um präzise Ergebnisse zu liefern, benötigt es umfangreiche Datenmengen – daher die Größe von 4 GB. Google hat diese Funktion zunächst für Entwickler freigegeben, doch mittlerweile wird sie auch an Endnutzer verteilt.

„Viele Nutzer merken erst nach Wochen oder Monaten, dass ihr Speicher knapp wird – bis sie die weights.bin-Datei in ihren Chrome-Ordner finden.“

Was betroffene Nutzer tun können

Wer den Speicherverbrauch reduzieren möchte, hat folgende Optionen:

  • KI-Funktionen deaktivieren: In den Chrome-Einstellungen lassen sich die betroffenen Features ausschalten. Dadurch wird die weights.bin-Datei nicht mehr benötigt und kann gelöscht werden.
  • Manuelle Löschung: Die Datei kann direkt aus dem Chrome-Verzeichnis entfernt werden. Allerdings wird sie bei erneuter Aktivierung der KI-Funktionen erneut heruntergeladen.
  • Speicherplatz freigeben: Alternativ können Nutzer Tools wie „Speicheroptimierung“ von Windows oder macOS nutzen, um unnötige Dateien zu finden und zu löschen.

Ausblick: Wird Google nachbessern?

Bisher hat Google noch nicht offiziell auf die Speicherprobleme reagiert. Es bleibt abzuwarten, ob das Unternehmen die automatische Installation der Datei anpasst oder eine schlankere Version des KI-Modells anbietet. Bis dahin müssen Nutzer selbst handeln, um Speicherplatz zu sparen.

Quelle: The Verge