Die Nintendo Switch 2 scheint aus Spielersicht ein Erfolg zu sein: Titel wie Pokémon Pokopia und Donkey Kong Bananza starten erfolgreich. Doch hinter den Kulissen sieht die Lage düster aus. Nintendos Aktienkurs verzeichnet seit sechs Monaten einen kontinuierlichen Rückgang – die längste negative Phase seit 2016.
Laut einem Bericht von Bloomberg, verfasst von Takashi Mochizuki und Alice French, gerät der Konzern unter massiven Druck seiner Aktionäre. Diese fordern eine Preiserhöhung für die Switch 2, um die sinkenden Margen auszugleichen. Die aktuellen Produktionskosten übersteigen den Verkaufspreis von 450 US-Dollar deutlich.
Die Herausforderungen sind vielfältig: US-Techgiganten kaufen weltweit Schlüsselkomponenten wie Speicherchips auf, während Lieferkettenstörungen durch den Krieg im Nahen Osten die Kosten für Fracht und Rohstoffe wie Kunststoffe in die Höhe treiben. Auch japanische Mitbewerber wie Capcom, Koei Tecmo und Sony kämpfen mit ähnlichen Problemen.
Sony hat bereits Anfang des Jahres die Preise für die PS5 erhöht – ein Schritt, den viele nun auch von Nintendo erwarten. Doch eine solche Maßnahme wäre riskant: Die Verbraucher leiden bereits unter hohen Inflationsraten, steigenden Lebenshaltungskosten und sinkenden Budgets für Unterhaltung. Michael Pachter, Analyst bei Wedbush, warnt:
"Eine Preiserhöhung wäre unklug. Die Verbraucher haben kaum Spielraum – Benzin, Lebensmittel und andere Grundbedürfnisse werden teurer. Unterhaltung ist eines der ersten Opfer bei sinkenden Budgets."
Die Switch 2 feiert im nächsten Monat ihren ersten Geburtstag. Eine Preiserhöhung vor diesem Meilenstein wäre kontraproduktiv, selbst wenn das Gerät aktuell mit Verlust verkauft wird. Zudem bleibt das Release-Programm für 2026 unklar – einzig Splatoon Raiders, geplant für Juli, steht fest.
Angesichts der anhaltenden globalen Unsicherheiten und steigender Spielepreise wird Gaming als Hobby für viele Haushalte zunehmend unerschwinglich.