Die US-Geheimdienstbehörde National Security Agency (NSA) setzt offenbar das neue KI-Modell Mythos Preview des Unternehmens Anthropic ein – trotz eines monatelangen Konflikts mit dem Pentagon. Das geht aus einem Bericht von Axios hervor, der sich auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen beruft.

Anthropic hatte Mythos Preview Anfang April vorgestellt und als ein vielseitiges Sprachmodell beworben, das besonders leistungsfähig in Cybersicherheitsaufgaben sei. Doch bereits im Februar hatte Ex-Präsident Donald Trump per Erlass alle Bundesbehörden angewiesen, die Dienste von Anthropic nicht mehr zu nutzen. Der Grund: Das Unternehmen weigerte sich, bei Militärverträgen bestimmte Sicherheitsvorkehrungen zu akzeptieren.

Weißes Haus diskutiert Mythos – Trump zeigt sich ahnungslos

Die jüngsten Entwicklungen fallen in eine Zeit, in der sich Anthropic-CEO Dario Amodei mit hochrangigen Vertretern der US-Regierung traf. Laut Berichten sprach er mit Weißem-Haus-Stabschefin Susie Wiles und anderen Offiziellen über Mythos. Das Weiße Haus bezeichnete das Treffen später als „produktiv und konstruktiv“. Doch als Reporter Trump nach der Besprechung fragten, erklärte er, er habe „keine Ahnung“ davon gehabt, wie Reuters berichtet.

NSA erhält Zugang – trotz rechtlicher Auseinandersetzungen

Laut Axios-Quellen gehört die NSA zu den rund 40 Organisationen, denen Anthropic Zugang zu Mythos Preview gewährt hat. Eine Quelle bestätigte, dass das Modell innerhalb der Behörde „bereits breiter genutzt wird“.

Doch die Zusammenarbeit zwischen Anthropic und der US-Regierung bleibt angespannt: Das Unternehmen führt seit März einen Rechtsstreit gegen die Regierung. Hintergrund ist die Einstufung von Anthropic als „Risiko für die Lieferkette“ durch die Trump-Administration. Anthropic reichte daraufhin Klagen bei zwei Gerichten ein. Während ein Gericht eine vorläufige Verfügung erließ, um diese Bezeichnung vorübergehend auszusetzen, lehnte ein anderes Gericht den Antrag auf Aufhebung ab.

Quelle: Engadget