DRAM-Produktion hinkt der Nachfrage hinterher
Trotz massiver Investitionen in die DRAM-Produktion wird die weltweite Nachfrage nach Arbeitsspeicher bis Ende 2027 nur zu 60 % gedeckt werden können. Das geht aus einem Bericht von Nikkei Asia hervor. Noch pessimistischer äußerte sich Chey Tae-won, Vorsitzender der SK Group: Er prognostiziert, dass die Engpässe bis mindestens 2030 anhalten könnten.
Neue Fabriken kommen zu spät
Die drei größten Speicherhersteller der Welt – Samsung, SK Hynix und Micron – bauen zwar neue Produktionsstätten, doch die meisten davon werden frühestens 2027, eher sogar erst 2028, in Betrieb gehen. Die einzige nennenswerte Kapazitätserweiterung für 2026 ist die kürzlich eröffnete Fabrik von SK Hynix in Cheongju (Südkorea).
Produktion müsste jährlich um 12 % steigen
Laut Nikkei müsste die DRAM-Produktion in den Jahren 2026 und 2027 jährlich um 12 % wachsen, um die Nachfrage zu decken. Doch selbst diese Steigerung wäre nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Counterpoint Research geht davon aus, dass die Lieferengpässe bis 2028 anhalten werden – mit spürbaren Auswirkungen auf Preise und Verfügbarkeit.
Folgen für Industrie und Verbraucher
Die anhaltenden RAM-Engpässe könnten sich auf verschiedene Bereiche auswirken:
- Elektronikindustrie: Höhere Preise für RAM-Module und Endgeräte wie PCs, Smartphones und Server.
- Gaming-Branche: Knappe Verfügbarkeit von High-End-Grafikkarten und Gaming-PCs.
- KI- und Rechenzentren: Verzögerte Expansion aufgrund fehlender Speicherkapazitäten.
- Verbraucher: Längere Lieferzeiten und höhere Kosten für Upgrades oder Neuanschaffungen.
„Die Situation ist kritisch. Selbst wenn alle geplanten Fabriken pünktlich in Betrieb gehen, wird das nicht ausreichen, um die Nachfrage zu decken.“
Analyst von Counterpoint Research
Was bedeutet das für die Zukunft?
Experten sehen mehrere Gründe für die anhaltenden Probleme:
- Komplexe Lieferketten: Abhängigkeit von wenigen Herstellern und Rohstoffen.
- Hohe Investitionskosten: Neue Fabriken erfordern Milliardeninvestitionen und Jahre bis zur Produktion.
- Technologische Herausforderungen: Übergang zu neuen Speichertechnologien (z. B. HBM) erfordert Umrüstungen.
Solange diese Faktoren nicht gelöst werden, bleibt die RAM-Knappheit ein dauerhaftes Problem für die Tech-Branche.