Warum AES-128 auch Quantencomputern trotzt
Die Sorge vor Quantencomputern, die gängige Verschlüsselungsmethoden brechen könnten, wächst. Doch der Kryptografie-Ingenieur Filippo Valsorda stellt klar: AES-128 bleibt auch im Quantenzeitalter sicher – entgegen verbreiteter Mythen.
Die Fakten zu AES-128
AES-128 ist die am häufigsten genutzte Variante des Advanced Encryption Standard (AES), der 2001 vom NIST standardisiert wurde. Obwohl auch 192- und 256-Bit-Schlüssel möglich sind, gilt AES-128 als optimaler Kompromiss zwischen Rechenleistung und Sicherheit. Seit seiner Einführung vor 30 Jahren sind keine Schwachstellen bekannt – ein Brute-Force-Angriff ist die einzige theoretische Bedrohung.
Mit 2128 möglichen Schlüsseln (ca. 3,4 x 1038 Kombinationen) wäre ein solcher Angriff selbst mit allen Bitcoin-Mining-Ressourcen bis 2026 unmöglich: Er würde etwa 9 Milliarden Jahre dauern.
Die falsche Annahme zu Grover’s Algorithmus
In den letzten Jahren verbreitete sich die These, dass Quantencomputer mit Grover’s Algorithmus die Effektivität von AES-128 halbieren könnten – auf 264. Diese Annahme ist jedoch irreführend:
- Ein kryptografisch relevanter Quantencomputer (CRQC) könnte AES-128 nicht einfach mit Bitcoin-Mining-Hardware angreifen.
- Quantencomputer können Aufgaben nicht beliebig parallelisieren, wie es bei klassischen Brute-Force-Angriffen nötig wäre.
- Die Behauptung, ein CRQC könnte AES-128 in Sekunden brechen, ist daher unrealistisch.
„AES-128 ist auch gegen Quantencomputer sicher. Die gängigen Szenarien, die einen Angriff ermöglichen sollen, ignorieren grundlegende physikalische und technische Grenzen.“
— Filippo Valsorda, Kryptografie-Ingenieur
Fazit: AES-128 bleibt eine vertrauenswürdige Verschlüsselung
Trotz der Debatte um Quantencomputing gibt es keine praktischen Beweise, dass AES-128 in absehbarer Zeit unsicher wird. Die aktuelle Diskussion basiert oft auf vereinfachten Annahmen. Für die meisten Anwendungen bleibt AES-128 eine robuste und effiziente Wahl.