Plattformen wie Fiverr waren einst Orte, an denen Auftraggeber spezialisierte kreative Dienstleistungen von Freelancern mit jahrelanger Expertise buchten. Doch im Zeitalter der generativen KI haben viele dieser Gig-Worker die Technologie für sich entdeckt, um den Anforderungen ihrer Kunden gerecht zu werden. Ihre Profile werben damit, innerhalb kürzester Zeit und zu niedrigen Preisen Bilder oder Videos zu fast jedem Thema zu erstellen – darunter auch aufwendige Animationen, die biblische Geschichten nacherzählen.

Auf TikTok, YouTube, Instagram und Facebook sind solche KI-generierten Clips leicht zu finden. Sie zeigen dramatische Szenen aus der Bibel, oft mit emotionaler Musik unterlegt. Doch hinter diesen vermeintlich professionellen Inhalten stecken häufig keine erfahrenen Animatoren, sondern Freelancer, die KI-Tools wie Midjourney oder Runway ML nutzen, um die gewünschten Ergebnisse zu liefern.

Ein Beispiel: Ein Creator bestellt bei einem Fiverr-Freelancer eine Animation zu einer biblischen Geschichte. Der Freelancer nutzt KI, um die Szene zu generieren, fügt Stockmaterial hinzu und liefert das fertige Video – alles innerhalb weniger Tage und zu einem Bruchteil der Kosten eines professionellen Studios. Doch das Ergebnis ist oft unscharf, die Bewegungen wirken mechanisch, und die KI-generierten Gesichter erinnern an Deepfakes.

Das Problem: Viele Kunden erkennen diese Mängel nicht sofort – oder sie sind bereit, sie in Kauf zu nehmen, weil die Preise extrem niedrig sind. Besonders im christlichen Content-Bereich, wo emotionale und moralische Botschaften im Vordergrund stehen, wird oft über ethische Bedenken hinweggesehen. Doch die Qualität leidet darunter, und die Glaubwürdigkeit der Creator gerät in Gefahr.

Experten warnen vor den Folgen:

"Wenn Creator KI-generierten 'Slop' als hochwertigen Content verkaufen, untergraben sie das Vertrauen in digitale Medien. Besonders in religiösen Kontexten kann das schwerwiegende Konsequenzen haben."

Die Nachfrage nach solchen Inhalten bleibt jedoch hoch. Viele Creator setzen auf KI, um schnell und kostengünstig religiöse Videos zu produzieren – sei es für Social Media, Predigten oder Bildungszwecke. Doch die Grenzen zwischen echtem Handwerk und KI-generiertem Content verschwimmen zunehmend.

Fiverr selbst hat auf die Entwicklung reagiert und bietet mittlerweile spezielle KI-Tools für Freelancer an. Doch ob das ausreicht, um die Qualität zu sichern, bleibt fraglich. Für Kunden wird es immer schwieriger, zwischen professionell erstelltem Content und billigen KI-Produkten zu unterscheiden.

Quelle: The Verge