Warren lacht über umstrittenen Vergleich

Senatorin Elizabeth Warren konnte ihre Belustigung am Mittwoch nicht verbergen, als die CNBC-Moderatorin Sara Eisen ihre Kritik an der Federal Reserve mit den Einflussversuchen von Ex-Präsident Donald Trump verglich. Warren fragte Eisen daraufhin mit spöttischem Unterton: „Entschuldigung, ist das Ihr Ernst?“

Hintergrund: Kritik an der Federal Reserve

Warren hatte am Dienstag im Rahmen einer Senatsanhörung Kevin Warsh, einen Kandidaten von Trump für den Posten des Federal Reserve-Vorsitzenden, befragt. Warsh soll Powell ablösen, dessen Amtszeit im Mai endet. Trump hatte wiederholt versucht, die Federal Reserve zu beeinflussen, etwa durch öffentliche Forderungen nach Zinssenkungen. Powell lehnte dies bisher ab.

Eisen verwies in der Diskussion auf Warrens eigene öffentliche Äußerungen zur Federal Reserve und fragte, ob ihre Position nicht ähnlich sei wie Trumps Versuch, die Zentralbank zu kontrollieren. Warren wies diesen Vergleich vehement zurück:

„Entschuldigung, ist das Ihr Ernst? Es ist nicht dasselbe, einfach zu sagen: ‚Hier ist meine Meinung und wie ich die Zahlen interpretiere‘, als der Präsident der Vereinigten Staaten zu sein und das Justizministerium zu nutzen, um gegen jemanden strafrechtlich vorzugehen.“

Warren wirft Trump direkte Einflussnahme vor

Warren betonte, Trump versuche nicht, eine Meinung zu äußern, sondern die Federal Reserve gezielt zu kontrollieren. Sie warf ihm vor, durch Einschüchterung Druck auf die Zentralbank auszuüben:

„Donald Trump äußert keine Meinung. Er versucht, die Federal Reserve zu kontrollieren. Das wissen Sie und ich wissen das. Und was er zusätzlich tut, ist, die Federal Reserve durch Einschüchterung zu kontrollieren.“

Auf die Frage, warum sie Warsh im Senat nicht direkt zu Trumps Einflussversuchen oder laufenden Ermittlungen gegen Powell befragt habe, erklärte Warren:

„Doch, das haben wir! Er sagte mir in meinem Büro: ‚Ich werde mich nicht dazu äußern, weil es sich um eine laufende Ermittlung handelt.‘ Ich hätte ihn im Senat 45 Sekunden lang dasselbe wiederholen lassen können – aber er hat es allen von uns so gesagt.“

Kritik an Warsh: „Marionette“ ohne eigene Position

Warren bezeichnete Warsh als „Marionette“ Trumps und kritisierte, dass er unbequeme Fragen stets mit Standardantworten abtat. Sie zitierte seine Aussage: „Ich werde sie nicht beantworten. Ich kann sie nicht beantworten, und ich habe keine einzige Tatsache, die ich Donald Trump widersprechen könnte.“

Mit beißendem Spott fügte sie hinzu:

„Wenn der Schuh passt, dann passt er. Und bei ihm passt er definitiv.“

Zusammenfassung der Vorwürfe gegen Warsh:

  • Verweigerung klarer Antworten auf politische Einflussnahme
  • Keine Distanzierung von Trumps Forderungen an die Federal Reserve
  • Bezeichnung als „Marionette“ aufgrund fehlender eigenständiger Position
Quelle: The Wrap