Eine exklusive Runde der iranischen Diaspora trifft sich am Samstag im Hauptquartier von Uber in San Francisco, um über Technologie und die Zukunft Irans zu diskutieren. Dies geht aus einer per E-Mail versandten Einladung hervor, die 404 Media einsehen konnte.
Die Gästeliste umfasst Venture-Capital-Investoren, Business Angels, Tech-CEOs sowie den Sohn des ehemaligen iranischen Staatsführers, der vor fast 50 Jahren gestürzt wurde. Die Einladung wurde am Freitag an Journalisten verschickt und beschreibt die Veranstaltung als "private Konferenz zur Zukunft Irans" mit hochkarätigen Rednern wie Reza Pahlavi, Dara Khosrowshahi, Shervin Pishevar und Hamid Moghadam.
Derzeit warten bereits über 2.000 Interessierte auf eine Teilnahme. Khosrowshahi ist CEO von Uber, Moghadam leitet den Investmentfonds Prologis, Pishevar war CEO von Hyperloop und investierte in Unternehmen wie Uber, Airbnb, Slack und Robinhood. Pahlavi ist der ehemalige Kronprinz Irans und Sohn des 1979 gestürzten Schahs.
Auch Vertreter von SpaceX, Tesla und Nvidia sollen anwesend sein. Die Agenda sieht nach einem Empfang um 9:30 Uhr drei Diskussionsblöcke vor: "Strategischer Wiederaufbau", "Zukunftstechnologien" und "Internet", gefolgt von einer offenen Dialogrunde.
Die Konferenz trägt den Titel "Tech X Future of Iran" und wirbt mit einer vorrevolutionären Version der iranischen Flagge. Reza Pahlavi gilt als umstrittene Figur, die sich selbst als mögliche Brücke zu einer demokratischen Führung Irans sieht. In einem Interview mit 60 Minutes erklärte er kürzlich:
"Millionen Iraner im In- und Ausland rufen nach mir. Sie erkennen in mir die einzigartige Person, die eine Übergangsrolle übernehmen kann – nicht als Kandidat für ein Amt, sondern als Brücke zu diesem Schicksal."
Doch für eine Umsetzung dieser Pläne müsste sich die politische Lage in Iran grundlegend ändern. Ein Sturz der Islamischen Republik und ihrer Milizen wäre Voraussetzung – aktuell jedoch scheint dies unwahrscheinlich. Derzeit kontrolliert Iran die Straße von Hormuz und führt Angriffe auf US-Verbündete und Militärbasen in der Region durch. Geheimdienstberichten zufolge verfügt Teheran noch über 70 Prozent seiner Raketenbestände und könnte monatelang gegen die USA kämpfen. Zudem besitzt das Land weiterhin sein nukleares Material, dessen Rückgewinnung ohne Friedensabkommen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem bewaffneten Konflikt führen würde.