Ein Mann aus Texas hat seltene Yu-Gi-Oh-Karten im Wert von fast einer Million Dollar in einem Müllcontainer entdeckt. Der Fund sorgt seit Wochen für Aufsehen in der Nische der Sammler-Community. Ende März begann der Mann, große Mengen seltener Karten online zu verkaufen. Er behauptete, sie in einem Müllcontainer gefunden zu haben, doch die Community vermutete zunächst Diebstahl.
Seine Posts auf Facebook, TikTok und eBay wirkten zunehmend unberechenbar. Er reagierte aggressiv auf Kommentare und behauptete, mit dem Verkauf Zehntausende Dollar verdient zu haben. Schließlich meldete sich seine Mutter auf Facebook, um ihn zu verteidigen.
Der Verkäufer sprach mit 404 Media unter der Bedingung, dass sein Name nicht genannt wird, während er rechtliche Schritte prüft. Er bezeichnete die Karten als „weggeworfen“ und erklärte, sie seien im Rahmen einer Sicherheitslücke bei einem Auftragnehmer gefunden worden. Dabei handle es sich um 500.000 Sammelkarten, darunter hochwertige Exemplare wie die von Caitlin Clark und seltene „Quarter Century Rare“-Karten sowie über 400 fabrikneue, ungeschnittene Bögen.
Der Verkäufer behauptete, er habe formelle Anzeigen bei Konami eingereicht, dem Unternehmen hinter Yu-Gi-Oh, wegen der Fahrlässigkeit des Auftragnehmers. Auf Nachfragen reagierte er nicht mehr.
Konami teilte mit, dass der Verkauf ungeschnittener Bögen nicht erlaubt sei, wie aus einer E-Mail an 404 Media hervorging. Das Unternehmen antwortete nicht auf weitere Anfragen.
Obwohl der Ursprung der Karten nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte, bestätigten Experten, dass die ungeschnittenen Bögen echt sind. Besonders wertvoll sind dabei fehlerhafte Drucke oder seltene Varianten. Normalerweise werden solche Bögen nach der Produktion vernichtet, doch gelegentlich gelangen sie auf den Schwarzmarkt.
Alles begann am 23. März mit einer ungewöhnlichen Auktion auf eBay: Ein seltener, ungeschnittener Bogen der Karte „Blue-Eyes Silver Dragon“ wurde angeboten. Ungeschnittene Bögen sind in der Sammlerwelt extrem selten. Druckereien produzieren zwar große Bögen, die später zugeschnitten werden, doch Fehler wie falsche Ausrichtung oder falsche Texte können vorkommen. Manchmal gelangen auch fehlerfreie Bögen illegal in den Handel und erzielen Preise von mehreren tausend Dollar.
Konami kontrolliert den Markt für ungeschnittene Bögen streng und gibt bei Turnieren nur offizielle 3x3-Ausschnitte als Preise aus. Das Unternehmen geht rigoros gegen unautorisierte Verkäufe vor. Dennoch tauchten Ende März plötzlich Hunderte ungeschnittener Bögen auf eBay, TikTok und in Facebook-Gruppen auf. Die Fotos waren oft unscharf, die Titel der eBay-Angebote passten nicht zu den Inhalten, und die Preise lagen weit unter dem Marktwert.