Das Entwicklerstudio Destinybit hat mit Nitro Gen Omega ein Spiel geschaffen, das unverkennbar von klassischen Mecha-Anime-Serien wie Gundam, Evangelion und Gurren Lagann inspiriert ist. Diese Einflüsse zeigen sich nicht nur in den Charakterdesigns, sondern auch in den Kamerawinkeln, den Handlungssträngen und den Mecha-Designs. Das Ergebnis ist ein stilistisch überzeugendes Werk, das von der frühen Entwicklungsphase profitiert hat – etwa durch verbesserte Bedienfreundlichkeit. Dennoch gibt es kleinere Schwachstellen, etwa eine gewöhnungsbedürftige Benutzeroberfläche oder anspruchsvolle Quests.
Ein Post-Apokalypse-Abenteuer mit strategischem Tiefgang
Wer Nitro Gen Omega nicht als klassisches Rollenspiel, sondern als postapokalyptisches Mecha-Anime-Abenteuer betrachtet, wird mit einem unterhaltsamen Erlebnis belohnt. Die Handlung beginnt bescheiden: Der Spieler übernimmt die Führung eines Teams aus vier Söldnerpiloten, die sich der Aufgabe verschrieben haben, die Oberfläche von feindlichen Robotern zu säubern und gegen eine abtrünnige KI zu kämpfen. Anfangs werden die Einsätze noch von der Festung Anchorage aus koordiniert. Doch mit wachsendem Ruf des Teams steigen auch die Verantwortung und die Herausforderungen. Schließlich entwickelt sich die Gruppe zu einer ernstzunehmenden Streitmacht, die sich den Feinden entgegenstellt, die die Menschheit in die letzten Zufluchtsorte an der Spitze gigantischer Wolkenstädte zurückgedrängt haben.
Ein komplexes Kampfsystem mit strategischer Planung
Das größte Manko von Nitro Gen Omega liegt in der unzureichenden Erklärung der Spielmechaniken. Dabei bietet das Spiel ein wirklich fesselndes RPG-Erlebnis, das sich anfühlt, als würde man die Handlung eines seiner Lieblings-Mecha-Animes selbst steuern. Zu Beginn besteht das Team aus vier Söldnern, die jeweils unterschiedliche Rollen in den Mechas und im Kampf übernehmen. Sie gehören zu den wenigen, die sich trauen, die sichere Wolkenstadt zu verlassen, um gegen die KI und ihre Roboterarmeen zu kämpfen.
Ein zentrales Element ist die Steuerung des Mechas durch die vier Besatzungsmitglieder. Das Tutorial erklärt jedoch nur unzureichend, wie die einzelnen Rollen funktionieren:
- Driver: Steuert die Bewegung des Mechas und kann gezielt Regionen ansteuern oder Angriffe starten.
- Ingenieur: Unterstützt im Kampf, indem er Systeme heilt und repariert.
- Operator: Bereitet Ausweichmanöver vor, um gegnerischen Angriffen zu entgehen.
- Schütze: Bedient die Waffen des Mechas und führt gezielte Angriffe durch.
Besonders in späteren Missionen kann ein Scheitern zum Game Over führen. Zudem erfordern einige Haupt- und Nebenquests gezieltes Grinden, um die eigenen Fähigkeiten zu verbessern. Wer sich jedoch in das System einarbeitet, wird mit einem der herausragendsten Kampfsysteme belohnt: einem rundenbasierten System, bei dem Aktionen im Voraus geplant und dann in Echtzeit ausgeführt werden. Verschiedene Faktoren – sowohl auf Seiten des Teams als auch der Gegner – beeinflussen die Ergebnisse der Kämpfe. So kann es beispielsweise zu negativen Effekten kommen, wenn zwei Piloten sich streiten und nicht optimal zusammenarbeiten.
Fazit: Ein lohnendes, aber erklärungsbedürftiges Mecha-Erlebnis
Trotz der anfänglichen Hürden durch das Tutorial und die komplexe Steuerung bietet Nitro Gen Omega ein einzigartiges Spielerlebnis für Fans von Mecha-Anime und strategischen RPGs. Wer bereit ist, sich in die Mechaniken einzuarbeiten, wird mit einem tiefgründigen und visuell beeindruckenden Abenteuer belohnt. Die Mischung aus postapokalyptischer Atmosphäre und taktischem Mecha-Kampf macht das Spiel zu einem besonderen Titel, der sich deutlich von herkömmlichen RPGs abhebt.