Die in Kirgisistan registrierte Kryptobörse Grinex, die unter US-Sanktionen steht, hat angekündigt, ihren Betrieb vorübergehend einzustellen. Grund ist ein mutmaßlicher Hackerangriff, bei dem rund 15 Millionen Dollar gestohlen wurden. Laut eigenen Angaben waren es „westliche Spezialdienste“, die hinter dem Angriff stecken sollen.

Experten bestätigen Diebstahl – doch Details bleiben vage

Das auf Blockchain-Analysen spezialisierte Unternehmen TRM Labs hat den Diebstahl bestätigt und die gestohlenen Vermögenswerte auf 15 Millionen Dollar beziffert. Dabei wurden etwa 70 Adressen geleert – rund 16 mehr, als Grinex zunächst gemeldet hatte. Weder TRM noch das Forschungsunternehmen Elliptic konnten erklären, wie die Angreifer die Sicherheitsvorkehrungen der Börse umgehen konnten.

Grinex unter Dauerbeschuss seit 16 Monaten

Laut eigenen Angaben ist Grinex seit seiner Gründung vor 16 Monaten fast durchgehend Ziel von Cyberangriffen. Der jüngste Vorfall traf gezielt russische Nutzer der Plattform. Die Börse wirft den Angreifern vor, mit „beispiellosen Ressourcen und Technologien“ ausgestattet zu sein, die ausschließlich staatlichen Strukturen feindlicher Staaten zur Verfügung stünden.

„Die digitalen Spuren und die Art des Angriffs deuten auf ein beispielloses Maß an Ressourcen und Technologien hin, die ausschließlich staatlichen Strukturen unfreundlicher Staaten zugänglich sind.“
„Laut ersten Erkenntnissen war der Angriff darauf ausgelegt, direkten Schaden an der finanziellen Souveränität Russlands zu verursachen.“

– Grinex in einer offiziellen Stellungnahme

Wer steckt hinter dem Angriff?

Grinex nennt keine konkreten Staaten, spricht aber von „unfreundlichen Staaten“ – ein Begriff, der in Russland häufig für westliche Länder verwendet wird. Ob es sich tatsächlich um staatlich gesteuerte Hacker handelt oder um kriminelle Gruppen, die im Auftrag handeln, bleibt unklar. Die Börse hat bisher keine weiteren Details veröffentlicht.

Fazit: Cyberkrieg oder kriminelle Machenschaften?

Während Grinex den Angriff als gezielte Attacke auf die russische Finanzsouveränität darstellt, fehlen bisher handfeste Beweise für eine staatliche Beteiligung. Die genauen Umstände des Diebstahls sind weiterhin unklar. Fest steht jedoch: Die Sicherheitslücken bei Kryptobörsen bleiben ein lukratives Ziel für Cyberkriminelle – ob staatlich gesteuert oder nicht.