Der mutmaßliche Attentäter Cole Allen, der gestern Abend beim White House Correspondents' Dinner auf Menschen geschossen haben soll, ist laut Ermittlungen ein Spieleentwickler. Sein 2018 auf Steam veröffentlichtes Spiel "Bohrdom" erlebt nun eine unerwartete Aufmerksamkeit – Nutzer kaufen es gezielt, um negative Bewertungen zu hinterlassen.

Wie Polygon berichtet, beschreibt sich Allen selbst als Spieleentwickler und Ingenieur. Sein Spiel wird als "skillbasiertes, gewaltfreies asymmetrisches Kampfspiel", das lose auf einem chemischen Modell basiert, beworben. Tatsächlich handelt es sich um ein einfaches 2D-Spiel, das Allen für etwa 2 US-Dollar veröffentlichte.

Auf seiner Steam-Entwicklerseite ist "Bohrdom" das einzige Spiel, das unter seinem Namen erschien. Ob er an weiteren Projekten beteiligt war, ist unklar. Zudem soll Allen an einem weiteren Spiel mit dem Titel "First Law" arbeiten, das jedoch online nicht auffindbar ist.

Nach dem Vorfall stürzten sich Internetnutzer auf das Spiel, um gezielt Bewertungen zu hinterlassen. Viele kommentieren humorvoll, der Angriff sei die "seltsamste Werbung für ein Spiel". Tatsächlich sind über die Hälfte der Bewertungen positiv, doch die jüngsten Einträge sind überwiegend satirisch oder negativ. Ein Nutzer schrieb etwa:

"Als Shooter ist das Spiel wirklich eine Pleite. Als Attentäter hat es dagegen funktioniert."

Allen soll mit einer Schrotflinte, einer Pistole und mehreren Messern bewaffnet gewesen sein. Ein Sicherheitsbeamter wurde verletzt, doch niemand starb. Laut CNN soll Allen gezielt auf Mitglieder der Regierung geschossen haben, da Donald Trump an der Veranstaltung teilnahm. Eine offizielle Anklage gegen Allen steht noch aus.