Die Idee von Google Street View kennt jeder: Man kann sich virtuell durch Straßen bewegen, als wäre man in einem Videospiel. Doch bisher musste man auf Google warten, um solche Aufnahmen zu erstellen. Jetzt ändert sich das – dank einer bahnbrechenden Partnerschaft zwischen dem 360-Grad-Kamera-Hersteller Insta360 und dem britischen Startup Splatica.

Das 12-köpfige Team von Splatica nutzt eine revolutionäre Technologie namens Gaussian Splatting, die es ermöglicht, reale Umgebungen in photorealistische 3D-Modelle umzuwandeln. Bisher war diese Methode komplex und erforderte teure Spezialausrüstung. Doch Splatica macht sie nun für jeden zugänglich – mit einer simplen 360-Grad-Kamera und einem Abo-Modell.

Wie funktioniert Gaussian Splatting?

Gaussian Splatting ist eine KI-basierte Methode, die aus 2D-Aufnahmen hochauflösende 3D-Räume generiert. Dabei werden Millionen winziger Punkte (sogenannte „Gaussians“) in einem 3D-Raum platziert, die gemeinsam ein realistisches Abbild der realen Umgebung erzeugen. Der Vorteil: Im Gegensatz zu herkömmlichen 3D-Rekonstruktionsmethoden wie Photogrammetrie ist Gaussian Splatting deutlich schneller und liefert bessere Ergebnisse bei bewegten Objekten.

Einfache Nutzung dank Splatica

Bisher war die Erstellung solcher 3D-Modelle eine Domäne von Profis mit teurer Hardware. Splatica ändert das mit einer benutzerfreundlichen Lösung:

  • Hardware: Jede handelsübliche 360-Grad-Kamera reicht aus – etwa Modelle von Insta360.
  • Software: Die Aufnahmen werden an Splatica hochgeladen, das die Daten automatisch in ein 3D-Modell umwandelt.
  • Abo-Modell: Nutzer zahlen eine monatliche Gebühr für die Verarbeitung und können ihre virtuellen Welten anschließend teilen oder weiterverarbeiten.

„Wir wollen jedem die Möglichkeit geben, seine Umgebung digital zu konservieren – sei es für Immobilien, Events oder persönliche Erinnerungen“, erklärt ein Sprecher von Splatica.

Praktische Anwendungen

Die Technologie eröffnet neue Möglichkeiten in verschiedenen Bereichen:

  • Immobilien: Virtuelle Besichtigungen ohne physische Anwesenheit.
  • Eventmanagement: 3D-Dokumentation von Konzerten, Hochzeiten oder Messen.
  • Tourismus: Interaktive Erlebnisse für Reiseziele.
  • Architektur: Planung und Visualisierung von Bauprojekten.

Zukunft der virtuellen Welten

Mit Gaussian Splatting und Services wie Splatica wird die Erstellung von 3D-Inhalten demokratisiert. Nutzer müssen keine teuren Scanner oder Spezialkameras mehr kaufen – eine einfache 360-Grad-Kamera reicht aus. Die Technologie könnte langfristig sogar die Art und Weise verändern, wie wir digitale Räume erleben, etwa in virtuellen Meetings oder sozialen Netzwerken.

„Die Grenze zwischen realer und digitaler Welt verschwimmt immer mehr“, sagt ein Branchenexperte. „Mit Tools wie diesen wird jeder zum Schöpfer virtueller Welten.“

Quelle: The Verge