Unbefugter Zugriff auf KI-Sicherheitstool Mythos

Anthropic untersucht Berichte über einen unbefugten Zugriff auf sein KI-Modell Claude Mythos, das für die Erkennung von Cybersecurity-Schwachstellen beworben wird. Laut Unternehmensangaben an Bloomberg nutzte eine Gruppe den Zugang über ein Drittanbieter-Portal sowie Recherche-Tools im Internet. Ein interner Informant bestätigte, dass die Gruppe das Modell lediglich ausprobieren, nicht aber missbrauchen wolle.

Offizielle Stellungnahme von Anthropic

«Wir untersuchen einen Bericht über unbefugten Zugriff auf Claude Mythos Preview über eine unserer Drittanbieter-Umgebungen.»

Hintergrund: Mythos und seine Bedeutung

Das Modell Claude Mythos Preview wurde Anfang des Monats als Teil von «Project Glasswing» veröffentlicht und zunächst nur ausgewählten Testpartnern wie Amazon, Microsoft, Apple, Cisco und Mozilla zugänglich gemacht. Mozilla nutzte Mythos erfolgreich zur Identifizierung und Behebung von 271 Sicherheitslücken in Firefox. Mittlerweile zeigen auch Banken und Regierungsbehörden Interesse, um ihre Systeme zu schützen.

Wie erfolgte der Zugriff?

Laut dem Bericht nutzten mehrere Unbefugte einen Entwickler-Portalzugang und recherchierten gezielt nach dem Standort des Modells. Die Gruppe soll zudem Zugang zu weiteren unveröffentlichten Anthropic-Modellen haben. Eine private Discord-Community soll für die Koordination genutzt worden sein.

Sicherheitsbedenken und politische Einordnung

Das Modell Mythos hat in letzter Zeit Aufmerksamkeit erregt, da es angeblich Sicherheitslücken in Betriebssystemen und Browsern aufspüren kann. Dies löste sowohl Skepsis bei Sicherheitsforschern als auch Befürchtungen aus, dass KI-generierte Cyberangriffe eine reale Bedrohung darstellen könnten. Alex Zenla, CTO des Cloud-Sicherheitsunternehmens Edera, äußerte sich kürzlich gegenüber Wired zu dieser Entwicklung.

Anthropic steht zudem seit Kurzem im Fokus der US-Regierung: Das Unternehmen wurde vom Verteidigungsministerium als «Lieferkettenrisiko» eingestuft. Aktuell führt Anthropic Gespräche mit der Trump-Administration, um diese Einstufung zu ändern.

Quelle: Engadget