OpenAI präsentiert neues KI-Sicherheitsmodell für Regierungsbehörden
OpenAI hat in den vergangenen Tagen hochrangige Gespräche mit Bundesbehörden, US-Bundesstaaten und den Five Eyes-Partnern geführt, um über die Fähigkeiten seines neuen KI-basierten Cyber-Sicherheitsprodukts zu informieren. Dies geht aus internen Informationen hervor, die Axios vorliegen.
GPT-5.4-Cyber: Fortschrittliche KI für die Cybersicherheit
Am Dienstag veranstaltete OpenAI in Washington, D.C., eine exklusive Demo für rund 50 Cyber-Abwehrspezialisten aus der Bundesregierung. Vorgestellt wurde das neue Modell GPT-5.4-Cyber, das letzte Woche im Rahmen eines gestuften Zugangsprogramms veröffentlicht wurde. Regierungsvertreter durchlaufen dabei denselben Sicherheitsüberprüfungsprozess wie kommerzielle Kunden des Trusted Access for Cyber-Programms.
Zu den Teilnehmern zählten Vertreter verschiedener Behörden und nationaler Sicherheitsbehörden, die täglich mit Cyber-Aufgaben betraut sind.
Wettlauf der KI-Modelle: OpenAI vs. Anthropic
OpenAI bringt sein neues Cyber-Modell kurz nach der Ankündigung von Anthropics Mythos Preview auf den Markt. Beide Unternehmen arbeiten derzeit mit Regierungsbehörden zusammen, um den Zugang zu regeln.
Anthropic verzichtet auf eine öffentliche Freigabe von Mythos und bietet das Modell nur etwa 40 ausgewählten Unternehmen und Organisationen an – darunter mindestens zwei Bundesbehörden. Der Grund: Bedenken hinsichtlich möglicher Cyber-Risiken.
OpenAI verfolgt einen zweigeteilten Ansatz:
- Eine Version mit starken Sicherheitsvorkehrungen für einen breiteren Nutzerkreis
- Eine cyber-permissivere Version speziell für Verteidiger im Rahmen des Trusted Access-Programms
Zusammenarbeit mit Bundesstaaten und Five Eyes
Bei der Veranstaltung in Washington betonte Chris Lehane, OpenAIs Chief Global Affairs Officer, dass dieser Ansatz auch lokalen Versorgungsunternehmen wie Wasserwerken den Zugang zu fortschrittlichen KI-Tools ermöglichen soll.
Sasha Baker, OpenAIs Leiterin für Sicherheitspolitik, erklärte, das Unternehmen wolle mit Regierungsbehörden zusammenarbeiten, um prioritäre Anwendungsfälle zu identifizieren und den Austausch von Bedrohungsinformationen über Sektoren hinweg zu ermöglichen.
Zusätzlich führt OpenAI derzeit Gespräche mit Bundesstaaten, um ihnen Zugang zu GPT-5.4-Cyber zu verschaffen. Diese Woche beginnen zudem die offiziellen Briefings mit den Five Eyes-Partnern – neben den USA gehören dazu Australien, Kanada, Neuseeland und das Vereinigte Königreich.
"Unser Ziel ist es, mehr Organisationen, darunter auch lokale Versorgungsbetriebe, mit diesen fortschrittlichen Tools auszustatten, ohne dabei die Sicherheit zu gefährden."
OpenAIs Zugang zu den Five Eyes-Partnern erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Anthropics Mythos innerhalb der US-Regierung aufgrund einer Einstufung des Pentagon als "Lieferkettenrisiko" auf Hindernisse stößt. Trotz dieser Klassifizierung wird Mythos jedoch aktuell vom NSA getestet.
KI als Lösung für veraltete Systeme
Die meisten Unternehmen und Behörden, die bereits Zugang zu OpenAIs Modell oder Anthropics Mythos Preview haben, nutzen die Tools primär, um verwundbare Sicherheitslücken in ihren eigenen Systemen zu identifizieren. Viele Regierungsbehörden kämpfen mit veralteten IT-Infrastrukturen, die nur schwer zu sichern und zu patchen sind. Fortschrittliche KI könnte hier die Entdeckung schwerwiegender Schwachstellen beschleunigen.