Künstliche Intelligenz hat in der Vergangenheit bereits mit absurden Ergebnissen Schlagzeilen gemacht – von sinnlosen Texten auf Schildern bis hin zu überzähligen Fingern auf Fotos. Doch jetzt zeigt sich: Auch die Fotografie bleibt nicht verschont. Der offizielle X-Account des Smartphone-Herstellers Sony Xperia präsentierte kürzlich Beispiele seines neuen „AI Camera Assistant“, einer Funktion, die Nutzern Vorschläge zu Objektiv, Belichtung und Farben unterbreitet. Doch die präsentierten Bilder sorgten für Heiterkeit statt Begeisterung.
Die geposteten Vorher-Nachher-Vergleiche offenbarten ein desaströses Ergebnis: Ein Porträt im Freien verlor durch die KI-Vorschläge jede Tiefe und Kontur, während ein Sandwich-Bild so flach wirkte, als wäre es ohne jede Dimension aufgenommen worden. „Wenn das Intelligenz ist, dann will ich lieber ein dummes Telefon“, kommentierte ein Nutzer sarkastisch. Ein anderer fügte hinzu: „So zerstört man Fotografie – und das war Absicht.“
Die Reaktionen fielen vernichtend aus. Innerhalb kürzester Zeit füllte sich der Kommentarbereich mit Spott und selbstironischen Gegenbeispielen. Auf Reddit äußerten sich Nutzer ebenfalls skeptisch: „Ich dachte zuerst, das sei ein Scherz. Wer bei Sony hat sich das als Werbematerial ausgedacht?“
Mehrere Beobachter vermuten, dass Sony mit den offensichtlich mangelhaften Beispielen gezielt Empörung provozieren wollte – eine Strategie, die in sozialen Medien als „Rage-Baiting“ bekannt ist. Der CEO des Tech-Unternehmens Nothing, Carlos Pei, äußerte sich entsprechend auf X: „Das ist doch nur Engagement-Farming, oder?“ Ein weiterer Nutzer ergänzte: „Genau das ist es. Schaut euch an, wie viele über Sony reden – just als sie ein neues Topmodell vorstellen. Die kennen den Unterschied zwischen gutem und schlechtem Foto.“
Sony reagierte schließlich mit einer Klarstellung: Die Funktion bearbeite keine Fotos nachträglich, sondern schlage lediglich vier kreative Einstellungen vor, aus denen Nutzer wählen können. Dennoch hält die Kritik an. Ein Kommentator schrieb: „Zu spät. Der Meme-Zug ist nicht mehr aufzuhalten.“
Der ursprüngliche Post verzeichnete bereits über 11 Millionen Aufrufe und 3.000 Kommentare. Ob die gezielte Provokation Teil einer Marketingstrategie war, bleibt Spekulation. Fest steht: Die KI-Funktion hat Sony vorerst mehr Spott als Lob eingebracht.