Der Softwareentwickler und Unternehmer Deon Nicholas hatte als CEO von Forethought, einer Plattform für Kundenservice-Automatisierung, einen persönlichen Assistenten zur Bewältigung seines Arbeitsalltags. Die Unterstützung schätzte er sehr: „Das war entscheidend und half mir als Führungskraft enorm.“

Die meisten Menschen außerhalb der Führungsetage haben nicht das Privileg, auf eine solche Hilfe zurückzugreifen. Doch als Nicholas die Euphorie um KI-Agenten beobachtete, kam ihm eine Idee: Könnte KI diese wertvolle Unterstützung demokratisieren? „Ein KI-Executive-Assistent könnte die Lücke schließen und Milliarden Menschen zeigen, was agentische KI leisten kann.“

Mit seinem Mitgründer Volodymyr Lyubinets – ebenfalls ehemaliger Forethought-CEO (das Unternehmen wurde 2023 von Zendesk übernommen) – gründete Nicholas das Startup Espa Labs. Dessen Produkt Espa startete letzte Woche mit einem Abo-Modell ab 25 Dollar pro Monat oder 240 Dollar pro Jahr. Ein kostenloser Probemonat ist inklusive.

Die Idee, KI zur Automatisierung von Routineaufgaben einzusetzen, ist nicht neu. Apps wie Siri oder OpenClaw bieten ähnliche Funktionen. Doch nach einer Woche Testlauf überzeugte Espa durch Frische, Benutzerfreundlichkeit und – ja – ein fast menschliches Gefühl. Der entscheidende Unterschied: Espa ist keine klassische App.

Kommunikation per Messenger – wie mit einem echten Assistenten

Nach der Verbindung mit Gmail und Google Calendar sowie einigen Einstellungen zur Nutzung läuft alles über Messengerdienste. Auf dem iPhone etwa über iMessage, aber auch WhatsApp, Slack oder klassische SMS sind möglich. Nicholas’ Ziel: die Interaktion mit einem menschlichen Assistenten simulieren.

Dieser Ansatz löst eines der größten Probleme aktueller KI-Produktivitätstools: In Apps wie Gmail wirkt KI oft zu langsam. Bis eine Antwort generiert ist, hat man die Geduld verloren. Chatbots mit Zugriff auf E-Mails und Daten helfen kaum, da berufliche und private Inhalte vermischt werden. Espa bündelt alle Gespräche in einem einzigen Thread – übersichtlich und ohne Ablenkung.

Auch Wartezeiten wirken natürlicher: Wenn Espa ein bis zwei Minuten für eine Anfrage benötigt, fühlt sich das nicht unnatürlich an – ähnlich wie bei einem menschlichen Kollegen oder Freund.

Für wen lohnt sich Espa?

Nicholas sieht das Potenzial für Journalisten, Immobilienmakler, Kreative, Künstler und Sportler. Sie alle könnten von einem Assistenten profitieren, der Termine koordiniert, E-Mails priorisiert oder Rechercheaufgaben übernimmt. Espa soll nicht nur Effizienz steigern, sondern auch die Arbeitsweise revolutionieren.

Ob der Ansatz Schule macht, bleibt abzuwarten. Doch der erste Eindruck zeigt: KI-Assistenten müssen nicht kompliziert oder unpersönlich sein. Manchmal reicht ein Messenger-Thread, um die Arbeit spürbar zu erleichtern.