Die diesjährige Bitcoin-Konferenz Bitcoin 2026 in Las Vegas startete mit enttäuschenden Rahmenbedingungen: Der Bitcoin-Preis lag bei unter 79.000 Dollar, deutlich unter den 110.000 Dollar des Vorjahres. Doch das war erst der Anfang der Probleme.

Bei der Eröffnung im The Venetian in Las Vegas sprachen zwei hochrangige US-Beamte vor einem fast leeren Publikum. Zudem wurde die Ehefrau des inhaftierten Samourai-Entwicklers Keonne Rodriguez von Sicherheitskräften aus dem Veranstaltungsbereich eskortiert. Ein Kongressabgeordneter behauptete zudem, bereits 2006 mit dem Bitcoin-Mining begonnen zu haben – was technisch unmöglich ist.

Der Höhepunkt der Enttäuschung: Eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion mit dem Titel „Code is Free Speech“, die FBI-Direktor Kash Patel und den amtierenden US-Justizminister Todd Blanche als Redner angekündigt hatte, fand ohne deren Anwesenheit statt. Statt eines versöhnlichen Signals an die Krypto-Branche wirkte die Veranstaltung wie eine peinliche Geste.

Auch der Aktienkurs des Konferenzveranstalters Nakamoto (Nasdaq: NAKA) lag 99 % unter dem Vorjahresniveau. Die Probleme setzten sich fort, bevor der zweite Tag überhaupt begonnen hatte.

Sicherheitsvorfall: Ehefrau des Samourai-Entwicklers Keonne Rodriguez vertrieben

Lauren Rodriguez, Ehefrau des wegen Geldwäsche verurteilten Samourai-Entwicklers Keonne Rodriguez, wurde laut eigenen Angaben von Sicherheitskräften aus dem Konferenzgelände verwiesen, weil sie Schilder mit der Aufschrift #FreeSamourai trug. Sie beschuldigte den Konferenzgründer David Bailey, der die Aktion initiiert habe.

Die Unterstützung für Samourai ist in der Bitcoin- und Krypto-Community groß. Die Konferenz hatte Rodriguez ursprünglich für eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „The Wives Mothers Carrying the Fight Against Injustice“ vorgesehen. Nach dem Vorfall entschuldigte sich Bailey und löste das Problem, wie Rodriguez auf X bestätigte.

Doch der Imageschaden war bereits entstanden: Ihr ursprünglicher Tweet wurde über 140.000 Mal aufgerufen.

Falsche Hoffnung auf Ende der Bitcoin-Entwickler-Verfolgung

Auf der Hauptbühne sorgte eine Aussage von Todd Blanche für Verwirrung. Der amtierende US-Justizminister äußerte sich vage zur Frage, ob Bitcoin-Entwickler künftig nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden sollen. Pete Rizzo interpretierte dies auf X als Versprechen, dass Samourai-Entwickler freigelassen würden – eine Aussage, die Blanche später klarstellte.

„Natürlich zählen Fakten. Wenn Sie Geld waschen oder Sanktionen verletzen, schützt Sie der Umstand, dass Sie Programmierer sind, nicht vor strafrechtlicher Verantwortung.“

Blanche betonte, dass Entwickler nur dann straffrei bleiben könnten, wenn sie nicht wissentlich an kriminellen Aktivitäten beteiligt seien. Seine Aussage wurde dennoch von vielen als falsche Hoffnung interpretiert.

Die Bitcoin 2026 bleibt damit vor allem als Konferenz mit leeren Rängen, peinlichen Pannen und kontroversen Momenten in Erinnerung.

Quelle: Protos