Der bekannte Bitcoin-Entwickler Paul Sztorc, CEO von LayerTwo Labs, hat für August 2026 einen Bitcoin-Hardfork namens eCash angekündigt. Dieser soll um den Bitcoin-Block 964.000 herum stattfinden und die gesamte Bitcoin-Blockchain-Historie übernehmen. Jeder Bitcoin-Besitzer würde zum Zeitpunkt des Forks automatisch 1 eCash pro 1 BTC erhalten.
Sztorc betonte in seiner Ankündigung vom 24. April, dass die neue Blockchain eine Bitcoin-Core-ähnliche Basis nutzen soll. Diese wird mit dem SHA-256d-Algorithmus gemint und startet mit einer einmaligen Schwierigkeitsanpassung auf den Mindestwert. Zusätzlich sollen die Bitcoin Improvement Proposals BIP300 und BIP301 über das CUSF-System aktiviert werden, um Drivechain-ähnliche Sidechains zu ermöglichen – ohne dabei das Bitcoin-Netzwerk selbst zu verändern.
Was bedeutet das für Bitcoin-Besitzer?
Für normale Bitcoin-Nutzer stellt sich vor allem die Frage, wie sie mit dem Fork umgehen sollen. Grundsätzlich bleibt der Besitz von BTC unverändert, da die Bitcoin-Blockchain weiterhin nach den bestehenden Regeln funktioniert. Allerdings könnte eCash als neues Asset entstehen, was zu zusätzlicher Verwirrung und Entscheidungsdruck führt. Sztorc klärte später auf, dass der ursprüngliche Plan, Satoshi Nakamoto 1,1 Millionen eCash zuzusprechen, korrigiert wurde: Stattdessen sollen es 600.000 eCash sein. Zudem betonte er, dass BTC-Bestände durch eCash nicht beeinträchtigt werden und Transaktionen weiterhin die Bitcoin-Software sowie den privaten Schlüssel erfordern.
Welche Risiken birgt der eCash-Fork?
Der größte Unsicherheitsfaktor ist, ob eCash von Börsen, Wallets, Verwahrungsdiensten, Minern und Steuerbehörden als gültiges Asset anerkannt wird. Solange dies nicht geklärt ist, bleibt die Debatte vor allem eine Frage der Legitimität, Anreize und Präzedenzfälle auf einer neuen Blockchain. Ein Bitcoin-Besitzer kann den Fork ignorieren und weiterhin seinen BTC halten – vorausgesetzt, er greift nicht auf eCash zu oder nutzt neue Software.
Technische Details des eCash-Netzwerks
Die neue Blockchain startet mit einer 1:1-Kopie der Bitcoin-Historie. Ein Wallet mit 4,19 BTC zum Zeitpunkt des Forks würde demnach 4,19 eCash erhalten. Nutzer könnten diese Coins behalten, verkaufen oder ignorieren – sofern die Kette tatsächlich gestartet wird und sie sicher darauf zugreifen können.
Die Basis-Schicht von eCash ist bewusst an Bitcoin angelehnt: Sie nutzt denselben Mining-Algorithmus (SHA-256d) und startet mit einer Schwierigkeitsanpassung. Die Sidechain-Funktionalität soll über BIP300 (Hashrate-escrow für Sidechains) und BIP301 (Blind Merged Mining) realisiert werden. Letzteres ermöglicht es SHA-256d-Minern, Einnahmen aus anderen Chains zu generieren, ohne deren vollständige Software ausführen zu müssen. Diese Mechanismen erklären, warum Sztorc ein separates eCash-Netzwerk anstrebt: Bitcoin bleibt weiterhin nach den Regeln der Bitcoin-Mainnet gesteuert.
Nächste Schritte und offene Fragen
Die Software für den eCash-Fork befindet sich noch in der Entwicklung. Das öffentliche CUSF-Enforcer-Repository von LayerTwo Labs zeigt aktive Fortschritte, während auf der Download-Seite der Firma bereits BitWindow-Software im Zusammenhang mit dem Drivechain-Stack angeboten wird. Bevor normale Nutzer den Fork als operativ betrachten können, müssen jedoch noch Replay-Regeln, finale Launch-Software und benutzerfreundliche Splitting-Tools überprüft werden.
Für Bitcoin-Besitzer bedeutet das: Solange der Fork nicht existiert, gibt es keine Notwendigkeit, etwas zu unternehmen. Sie können ihre Seed-Phrasen privat halten, Schlüssel nicht in neue Software importieren und Claim-Seiten ignorieren. Erst wenn die Kette live ist, entscheidet das Ökosystem, ob eCash als Asset akzeptiert wird. Diese Abfolge – erst die Existenz der Chain, dann die Anerkennung durch Dritte – ist entscheidend, um zwischen einer theoretischen Zuweisung und einer praktischen Nutzung zu unterscheiden.