Die Trump-Familienstiftung hat im ersten Quartal 2026 in mehrere Unternehmen investiert, die mit Bitcoin und Kryptowährungen verbunden sind. Dies geht aus einer Finanzoffenlegung hervor, die beim US Office of Government Ethics eingereicht wurde. Die Transaktionen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem die US-Regierung unter Donald Trump eine zunehmend unterstützende Haltung gegenüber digitalen Vermögenswerten einnimmt.
Umfangreiche Krypto-Investitionen der Stiftung
Laut den eingereichten Formularen 278-T wurden zwischen Januar und März 2026 über 3.600 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen zwischen 220 Millionen und 750 Millionen US-Dollar getätigt. Der Großteil der Investitionen entfiel auf Großunternehmen aus der Technologiebranche, Banken und Indexfonds. Besonders auffällig sind jedoch gezielte Käufe im Krypto-Sektor, die neue ethische Fragen aufwerfen.
Die Offenlegung listet neun Käufe der Aktie von Coinbase auf, wobei die größte Transaktion am 10. Februar einen Wert zwischen 100.001 und 250.000 US-Dollar hatte. Coinbase ist die größte US-Kryptobörse und spielt eine zentrale Rolle im Handel mit digitalen Vermögenswerten.
Zudem wurden zwei kleinere Käufe der Aktie von MARA Holdings getätigt, einem der größten börsennotierten Bitcoin-Mining-Unternehmen. Ebenfalls im Portfolio enthalten sind Anteile an Strategy, einem Unternehmen, das einen großen Bitcoin-Bestand hält. Die Aktie von Strategy gilt als Indikator für die Entwicklung des Kryptomarktes, da sie sich oft parallel zum Bitcoin-Preis bewegt.
Die Stiftung berichtete zudem über acht Transaktionen mit Strategy Class A-Aktien, darunter sowohl Käufe als auch Verkäufe. Der größte Kauf belief sich auf 50.001 bis 100.000 US-Dollar, während ein Verkauf im Januar bis zu 50.000 US-Dollar erreichte. Diese gemischten Aktivitäten deuten auf ein aktives Management hin, statt auf eine passive Anlagestrategie.
Weitere Investitionen in Krypto- und Fintech-Unternehmen
Neben den genannten Positionen hält die Stiftung auch Anteile an weiteren Unternehmen, die mit Kryptowährungen oder digitalen Finanzdienstleistungen verbunden sind. Dazu gehören Robinhood, SoFi Technologies und Block. Diese Unternehmen sind über Handelsplattformen, Zahlungsdienstleistungen oder Blockchain-Initiativen mit dem Kryptosektor verknüpft.
Breiteres Portfolio der Trump-Familie
Die krypto-bezogenen Investitionen machen jedoch nur einen kleinen Teil des gesamten Portfolios aus. Weitere große Positionen umfassen Aktien von Nvidia, Microsoft, Apple, Amazon und Boeing. Einzelne Transaktionen erreichten dabei bis zu fünf Millionen US-Dollar. Die Offenlegung zeigt starke Wertsteigerungen in vielen dieser Positionen, nachdem der Markt nach einem Verkaufsdruck im März aufgrund geopolitischer Spannungen wieder anstieg.
Die Dokumente geben keine Auskunft darüber, ob Donald Trump persönlich die Transaktionen veranlasst hat. Seine Vermögenswerte werden in einer Familienstiftung verwaltet, die von seinen Söhnen und externen Brokern betreut wird. Die geltenden Ethikregeln verlangen zwar die Offenlegung von Transaktionen, verbieten einem amtierenden Präsidenten jedoch nicht, Aktien zu halten oder zu handeln.
Politische Entwicklungen im Kryptosektor
Die Offenlegung der Trump-Familien-Investitionen fällt mit der Vorlage des Digital Asset Market Clarity Act im US-Senat zusammen. Der Gesetzentwurf wurde im Bankenausschuss mit 15 zu 9 Stimmen angenommen, wobei sich demokratische Senatoren wie Ruben Gallego und Angela Alsobrooks mit Republikanern zusammenschlossen. Trotz scharfer Kritik von Elizabeth Warren und anderen Demokraten an Verbraucherschutz, Geldwäschebekämpfung und ethischen Bedenken im Zusammenhang mit Trump wurde der Entwurf vorangetrieben.
Die Abstimmung im Ausschuss offenbart eine wachsende Spaltung innerhalb der Demokratischen Partei. Während eine parteiübergreifende Gruppe Kompromissregelungen für DeFi (dezentrale Finanzen) unterstützte, warnten progressive Abgeordnete vor möglichen Schlupflöchern, die die Durchsetzung von Anti-Geldwäsche-Maßnahmen und Wertpapiervorschriften schwächen könnten.