Ein Verlag in der Krise

CMON, einer der größten Brettspielverlage weltweit, kämpft seit Jahren mit massiven Verlusten. Die Gründe liegen in globalen wirtschaftlichen und politischen Umbrüchen, die den Markt für Brettspiele nachhaltig verändert haben. Doch statt auf bewährte Rettungsstrategien zu setzen, verfolgt das Unternehmen nun einen ungewöhnlichen Ansatz: Es will sich mit NFT-Spielen retten.

2 Millionen Dollar für ein riskantes Experiment

Trotz eines tiefroten Zahlenwerks hat CMON kürzlich über 2 Millionen Dollar in die Übernahme von Blissful Link investiert – einem Entwickler für Play-to-Earn-NFT-Spiele. Ziel ist es, klassische Brettspiele in digitale Formate mit NFT-Integration zu verwandeln. Doch die Strategie stößt auf massive Kritik.

Die offizielle Begründung

In der Kaufmitteilung des Unternehmens heißt es, die Digitalisierung bringe Vorteile wie verbesserte visuelle Effekte, automatisierte Spielmechaniken und eine größere Reichweite. Zudem betont CMON die angeblichen Vorzüge von Web3-Projekten, darunter Transparenz und soziale Verantwortung. Doch die Argumentation wirkt in der Realität des Jahres 2026 mehr als fragwürdig.

«Die Digitalisierung ermöglicht es uns, Spiele mit verbesserten visuellen Effekten, automatisierter Punktevergabe und einer größeren Spielerzahl zu schaffen. Zudem unterstreichen wir damit unsere Verpflichtung zu sozialer Verantwortung und Nachhaltigkeit.»

– Aus der offiziellen Kaufmitteilung von CMON

Kritik an der NFT-Strategie

Experten und Fans reagieren mit Unverständnis auf den Kurswechsel. Die NFT-Blase ist längst geplatzt, und die Technologie gilt als gescheitert. Kritiker werfen CMON vor, mit einer längst überholten Idee verlorenes Geld zu verbrennen. Selbst die Behauptung, NFTs würden soziale Verantwortung fördern, wirkt angesichts der Branchenhistorie absurd.

Auch die angeblichen Vorteile wie «Bildschirmpausen» durch physische Spiele und direkte soziale Interaktion wirken wie eine nachträgliche Rechtfertigung für eine gescheiterte Strategie.

Fazit: Ein riskanter Zug mit ungewissem Ausgang

CMONs Entscheidung, auf NFT-Spiele zu setzen, ist ein hochriskanter Schachzug. Statt sich auf bewährte Rettungsmaßnahmen zu konzentrieren, setzt das Unternehmen auf eine Technologie, die in der breiten Masse längst an Akzeptanz verloren hat. Ob dieser Schritt das Unternehmen retten kann oder es weiter in die Krise stürzt, bleibt abzuwarten.

Quelle: Aftermath