Fortschrittliche elektronische Systeme wie Internet-Router, Mobilfunk-Basisstationen, medizinische Bildgebungssysteme und einige KI-Anwendungen basieren auf Field-Programmable Gate Arrays (FPGAs). Diese programmierbaren Logikchips können nach ihrer Herstellung neu konfiguriert werden – ein entscheidender Vorteil gegenüber herkömmlichen Chips.

Am 12. März wurde am Standort von Advanced Micro Devices (AMD) in San José, Kalifornien – dem ehemaligen Hauptsitz von Xilinx und der Geburtsstätte der FPGA-Technologie – eine IEEE-Meilenstein-Plakette enthüllt. Damit wird die bahnbrechende Erfindung offiziell gewürdigt.

Die FPGA-Technologie revolutionierte die Halbleiterentwicklung, indem sie Ingenieuren ermöglichte, Hardware beliebig oft umzuprogrammieren, ohne neue Chips fertigen zu müssen. Dies reduzierte nicht nur das Entwicklungsrisiko, sondern beschleunigte auch Innovationen – besonders in einer Zeit, in der die Kosten für Halbleiterherstellung stark stiegen.

Die Zeremonie, organisiert vom IEEE Santa Clara Valley Section, versammelte Fachleute aus der Halbleiterbranche und IEEE-Führungskräfte. Zu den Rednern gehörte Stephen Trimberger, IEEE- und ACM-Fellow sowie Pionier der FPGA-Architektur. Er betonte, wie die Erfindung die Grenzen zwischen Hardware und Software verschwimmen ließ: „FPGAs machten Hardware programmierbar – eine fundamentale Veränderung.“

Flexibilität vs. Leistung: Warum FPGAs die perfekte Lösung sind

In den 1980er-Jahren entstand ein zentrales Problem der Computertechnik: Mikroprozessoren führen Softwarebefehle sequenziell aus – flexibel, aber oft zu langsam für komplexe Aufgaben. Auf der anderen Seite stehen Application-Specific Integrated Circuits (ASICs), die für eine einzige Aufgabe optimiert sind. Sie bieten maximale Effizienz, erfordern jedoch lange Entwicklungszeiten und hohe Vorabinvestitionen für Design, Maskenherstellung und Produktionsvorbereitung.

„ASICs liefern die beste Leistung, aber der Entwicklungszyklus ist lang und die nicht wiederkehrenden Ingenieurskosten extrem hoch“, erklärt Jason Cong, IEEE-Fellow und Informatikprofessor an der University of California, Los Angeles. „FPGAs bieten den idealen Kompromiss zwischen Prozessoren und maßgeschneidertem Silizium.“

Cong selbst leistete Pionierarbeit in der FPGA-Entwurfsautomatisierung und der Hochsprachen-Synthese. Seine Forschung ermöglichte es, Hochsprachen wie C/C++ direkt in Hardware-Designs zu übersetzen – ein Meilenstein für die Programmierbarkeit von FPGAs.

Die Geburtsstunde der FPGAs: Ross Freemans Vision

Die Ursprünge der FPGA-Architektur liegen in der Mitte der 1980er-Jahre bei Xilinx, einem Start-up aus dem Silicon Valley, das 1984 gegründet wurde. Die Erfindung wird vor allem Ross Freeman zugeschrieben, Mitgründer und CTO von Xilinx. Er entwickelte die Idee eines Chips, dessen interne Schaltkreise nach der Herstellung neu konfiguriert werden können – ein radikaler Bruch mit der damaligen Chip-Design-Philosophie.

Damals galten Transistoren als knappe Ressource. Ingenieure optimierten jeden einzelnen für eine spezifische Funktion. Freeman sah jedoch voraus, dass Mooresches Gesetz die Chip-Herstellung revolutionieren würde: Die Anzahl der Transistoren verdoppelt sich etwa alle zwei Jahre, was Computerleistung günstiger und zugänglicher macht.

Sein Ansatz war revolutionär: Statt Transistoren als knapp zu behandeln, nutzte er ihre wachsende Verfügbarkeit, um programmierbare Logik zu schaffen. Diese ermöglichte es, Hardware wie Software anzupassen – eine Idee, die bis heute die Halbleiterindustrie prägt.