Nach der erfolgreichen Ratifizierung des Vierjahresvertrags durch die Writers Guild of America (WGA) und der bevorstehenden Unterzeichnung einer vorläufigen Einigung durch SAG-AFTRA in dieser Woche steht die Hollywood-Arbeitsvertragsrunde 2026 vor ihrem Höhepunkt. Die Directors Guild of America (DGA) beginnt in diesen Tagen die finalen Verhandlungen mit der Alliance of Motion Picture and Television Producers (AMPTP).

Während die DGA in den Jahren 2014, 2017 und 2020 als erste Gewerkschaft in die Vertragsverhandlungen ging, übernahm SAG-AFTRA in diesem Zyklus die Vorreiterrolle. Dies ermöglichte der Schauspielergewerkschaft mehr Zeit, um zentrale Themen wie den Schutz vor Künstlicher Intelligenz und den erst kürzlich eingeführten Streaming-Ausgleichsfonds für Darsteller zu diskutieren. Der Fonds soll Schauspieler an den Erfolgen von Produktionen auf neuen Streaming-Plattformen beteiligen.

Die WGA einigte sich mit der AMPTP auf einen Rekordbeitrag von geschätzten 321 Millionen US-Dollar der Studios in den Gesundheitsfonds der Gewerkschaft. Im Gegenzug akzeptierte die WGA eine ungewöhnliche Vertragslaufzeit von vier statt der üblichen drei Jahre. Solche längeren Laufzeiten sind in der Geschichte Hollywoods nicht unbekannt – ähnliches wurde bereits in den 1960er-Jahren vereinbart.

Eine Einigung mit der DGA würde den aktuellen Tarifzyklus harmonisch abschließen und damit ein Gegenstück zu den chaotischen Streikverhandlungen der Vorjahre darstellen. Die zügige Einigung der WGA brachte zumindest kurzfristig Stabilität in die Branche. Wie auch bei den anderen Gewerkschaften stehen bei den DGA-Verhandlungen zwei Themen im Fokus: Künstliche Intelligenz und die Kosten im Gesundheitswesen.

Der Gesundheitsfonds der DGA ist finanziell stabiler aufgestellt als der der WGA. Dennoch zeigen interne Dokumente, dass auch dieser Plan nicht vor den steigenden Gesundheitskosten in den USA gefeit ist. Die jüngsten Steuererklärungen der DGA belegen, dass der Fonds 2024 einen Verlust von 38 Millionen US-Dollar verzeichnete. Um eine Insolvenz wie bei der WGA zu vermeiden, sind erhebliche zusätzliche Arbeitgeberbeiträge notwendig.

Wie auch bei WGA und SAG-AFTRA halten sich Insider über die Bereitschaft der DGA zu einer vierjährigen Vertragslaufzeit bedeckt. Dennoch könnte die AMPTP einen ähnlichen Ansatz wie bei den WGA-Verhandlungen verfolgen: erhöhte Beiträge in den Gesundheitsfonds im Austausch für ein zusätzliches Vertragsjahr – auch wenn sich die genauen Zahlen und Konditionen unterscheiden werden. Wie bei der WGA könnten auch bei der DGA steigende Gesundheitskosten zu höheren Mitgliedsbeiträgen führen. Die Ära beitragsfreier Mitgliedschaften könnte bald enden. So müssen WGA-Mitglieder ab Juli 2027 monatliche Prämien von 75 US-Dollar zahlen. Für die DGA könnte zudem eine Anhebung der Selbstbeteiligung von derzeit 1.000 US-Dollar diskutiert werden.

Ein weiteres zentrales Thema der DGA-Verhandlungen wird der Schutz vor Künstlicher Intelligenz sein. Im Mittelpunkt steht dabei die Erneuerung der 2023 gesicherten Unterlizenzvereinbarung. Während die Schlagzeilen in den vergangenen Monaten vor allem von den Errungenschaften der WGA und SAG-AFTRA nach monatelangen Streiks geprägt waren, hat die DGA ebenfalls bedeutende Fortschritte in diesem Bereich erzielt.

Quelle: The Wrap