Die US-amerikanische Schauspielerin Hannah Einbinder, bekannt aus der Serie Hacks, hat erneut ihre klare Haltung zum israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen bekräftigt. Bei einer Live-Aufzeichnung des Podcasts Beyond Israelism am 16. April in New York übte sie scharfe Kritik an der Zurückhaltung vieler Hollywood-Stars.
„Es macht mich wütend, dass meine Kollegen nicht den Mund aufmachen“, erklärte Einbinder unter Bezugnahme auf die anhaltenden Militäroperationen Israels im Nahen Osten. Sie betonte, wie einfach es sei, sich als Unterstützer der palästinensischen Bevölkerung zu positionieren – doch viele Prominente täten dies nicht. „Der Maßstab ist niedrig: Man muss nur hinsehen und die Ungerechtigkeiten erkennen.“
Einbinder, die gemeinsam mit dem palästinensisch-algerischen Aktivisten Mahmoud Khalil auf der Bühne stand, verwies auf dessen mutiges Engagement trotz hoher persönlicher Risiken. „Ich sehe diese Menschen, die jedes erdenkliche Privileg genießen, und sie können nicht einmal ein Wort sagen“, sagte sie und demonstrierte mit einer übertriebenen Geste der Hilflosigkeit. „Was macht ihr den ganzen Tag? Geht ihr etwa blind durchs Leben?“
Die Schauspielerin lehnte es ab, ihr eigenes Handeln als „mutig“ zu bezeichnen. „Ich will nicht, dass Feigheit zum Maßstab für Tapferkeit wird“, erklärte sie. „Ich sehe einfach die Realität und sage, was ich sehe. Viele riskieren weit mehr als ich.“
Auf die Frage, warum einige Prominente erst bei Themen aktiv werden, die sie selbst betreffen, antwortete Einbinder: „Leider brauchen viele in Hollywood den Bezug zu weißen Menschen, um ein Problem als relevant anzuerkennen.“ Sie verwies auf Fälle wie die Absetzung von Talkshow-Moderatoren unter der Trump-Administration, die in der Branche für Aufsehen sorgten. „Erst wenn es sie selbst trifft, wird es plötzlich wichtig.“
Bei der Veranstaltung, zu der auch die britisch-palästinensische Autorin Isabella Hammad und die Podcast-Moderatorin Simone Zimmerman gehörten, wurde deutlich: Einbinders Kritik zielt nicht nur auf die politische Untätigkeit, sondern auch auf die scheinbare Heuchelei der Unterhaltungsindustrie.