Der US-amerikanische Komiker D.L. Hughley hat sich in einem Video auf Instagram scharf über seinen Kollegen Tony Hinchcliffe geäußert. Im Mittelpunkt steht ein Witz, den Hinchcliffe während der Roast-Show von Kevin Hart über den im Mai 2020 bei einem Polizeieinsatz getöteten George Floyd gemacht hatte.

Hughley bezeichnete Hinchcliffes Auftritt als unpassend und warf ihm vor, mit seiner Wortwahl die Grenzen des guten Geschmacks überschritten zu haben. Besonders kritisierte er die Wahl Hinchcliffes als Roaster, da dieser in der Vergangenheit an einer Kundgebung für Donald Trump teilgenommen hatte, bei der rassistische Äußerungen gefallen sein sollen.

„Es ist schon ironisch, dass ausgerechnet ein Komiker, der vor einigen Jahren bei einer Nazi-Kundgebung für Trump aufgetreten ist und einen sehr provokanten Witz gerissen hat, nun den [N-Wort]-Witz aus ‚Jumanji‘ bringen durfte“, sagte Hughley in dem Video. „Ich glaube nicht, dass diese Zielgruppen zusammenpassen.“

Hughley erinnerte an die Roast-Tradition der 1970er-Jahre, bei der die Teilnehmer sich gegenseitig auf humorvolle Weise angriffen, aber gleichzeitig Respekt füreinander hatten. „Damals hatte man das Gefühl, dass diese Leute sich mochten. Dass sie eine gewisse Affinität zueinander hatten. Es war alles eher spielerisch. Davon ist bei diesem Roast nichts zu spüren“, so Hughley.

Hinchcliffe hatte in seinem Set nicht nur Floyd auf zynische Weise thematisiert, sondern auch die Komikerin Sheryl Underwood mit einem Witz über den Suizid ihres verstorbenen Mannes beleidigt. Sein Floyd-Witz lautete:

„Die schwarze Community ist so stolz auf dich … gerade jetzt lacht George Floyd so sehr, dass er nicht atmen kann.“

Hughley kritisierte zudem die einseitige Auslegung von Meinungsfreiheit. Seiner Meinung nach würden viele Menschen zwar Hinchcliffes Witze über Floyd tolerieren, aber sofort empört reagieren, wenn jemand Charlie Kirk – einen konservativen Kommentator – auf die Schippe nähme. „Du hast das Recht, einen Witz zu machen“, sagte Hughley. „Aber es kann nicht sein, dass es nur dann Witze sind, wenn diejenigen, die diese Art von Comedy unterstützen, sich über Charlie Kirk lustig machen.“

Er verwies auf die zahlreichen Versuche von Trumps Unterstützern, Komiker wie Jimmy Kimmel zu boykottieren, nur weil sie Kirk kritisierten. „Die gleichen Leute, die Trump mögen, mögen auch diese Komiker. Wie kann es sein, dass es bei ihnen Comedy ist, aber bei anderen etwas völlig anderes?“, fragte Hughley.

Auch die Familie von George Floyd meldete sich zu Wort. Ein Sprecher der Gianna George Floyd Foundation bezeichnete Hinchcliffes Witz als „traurig für die Kultur“.

„Wir versuchen, in unserer Community etwas aufzubauen und sie zu verbessern. Lasst uns doch bitte etwas positiver sein und nicht zulassen, dass weiße Komiker dort oben Kolonialwitze reißen.“

Quelle: The Wrap