Das US-amerikanische Nachrichtenportal Business Insider hat erneut Mitarbeiter entlassen – bereits die vierte Runde in vier Jahren. Wie der Chefredakteur Jamie Heller in einem internen Schreiben mitteilte, soll die Belegschaft durch eine Reduzierung der Stellen verkleinert werden.

Der Medienreporter Ben Mullin von der New York Times veröffentlichte die Nachricht auf X (ehemals Twitter) und ergänzte, dass weniger als fünf Prozent der Redaktion betroffen seien. In dem Schreiben heißt es:

"Im Rahmen unserer Transformation von Business Insider konzentrieren wir uns auf die Bereiche, in denen wir enge Beziehungen zu unserem treuen Kernpublikum pflegen. Unser Ziel ist es, in den Themen, die unseren Lesern am wichtigsten sind, unverzichtbar zu werden. Manchmal erfordert dies Anpassungen in der Redaktion. Wir haben beschlossen, an einigen Stellen zu reduzieren, etwa im Bereich Recht, während wir in anderen Bereichen wie Arbeitsmarkt und Finanzmärkten weiter investieren."

Die betroffenen Mitarbeiter wurden innerhalb von 15 Minuten über ihre Entlassung informiert. Heller betonte:

"Heute werden einige Kollegen aus unserer US-Redaktion Business Insider verlassen. Diese Entscheidungen sind nie einfach. Ich bin den betroffenen Kollegen dankbar für ihr Talent, ihren Einsatz und ihre Fürsorge."

Die Insider Union, die Gewerkschaft der Mitarbeiter, kritisierte das Vorgehen scharf. Laut ihrer Aussage seien zehn Redakteure betroffen, und das Unternehmen habe erneut ohne Konsultation der Gewerkschaft gehandelt. In einer Stellungnahme heißt es:

"Wir sind erschüttert, dass die Geschäftsführung zum vierten Mal in vier Jahren zehn weitere talentierte Kollegen entlässt. Wir erwarten, dass die Führungskräfte – die bisher keine Verhandlungsbereitschaft gezeigt haben – ihren Kollegen gegenüber fair handeln und den bestehenden Vertrag einhalten. Gleichzeitig fordern wir faire Verhandlungen über alle von uns eingebrachten Vorschläge."

Die Gewerkschaft betonte, dass es ohne die Mitarbeiter kein Business Insider – und auch kein Axel Springer – gebe. Sie kündigte an, sich weiter für faire Lösungen einzusetzen, etwa durch freiwillige Abfindungen.

Business Insider ist nicht das einzige Medienunternehmen, das 2026 mit Entlassungen kämpft. Anfang Mai kündigte The Daily Wire Stellenstreichungen in mehreren Teams an, die vor allem am Hauptsitz in Nashville vorgenommen wurden. Die ehemalige Mitarbeiterin Candace Owens sprach von einer Betroffenheit von mindestens 50 Prozent der Belegschaft. Bereits im April hatte Disney bekannt gegeben, 1.000 Stellen in den Bereichen Marvel und PR abzubauen.

Quelle: The Wrap