Netflix feiert mit einer besonderen Strategie große Erfolge: dem gezielten Ausbau von R-rated-Blockbustern für erwachsene Zuschauer. Seit Jahresbeginn hat der Streamingdienst mit vier hochkarätigen Produktionen die globalen Charts dominiert – darunter „The Rip“ mit Ben Affleck und Matt Damon, „War Machine“ mit Alan Ritchson, der Horrorfilm „Thrash“ und das Actiondrama „Apex“ mit Charlize Theron und Taron Edgerton.

Jeder dieser Filme erreichte in mindestens 92 von Netflix’ 93 Ländern die Top 10. Insgesamt hielten sie sich wochenlang auf Platz 1 der globalen Charts. Besonders erfolgreich war „War Machine“: Der Film startete auf Platz 1 der englischen Filmcharts, blieb dort zwei Wochen und verbrachte acht Wochen in den Top 10 – mit insgesamt 128,4 Millionen Aufrufen.

Doch der eigentliche Erfolg liegt nicht nur in den Zuschauerzahlen, sondern in der Renaissance eines Genres, das Hollywood weitgehend aufgegeben hat: den reifen Blockbustern für Erwachsene. Während Studios heute vor allem familienfreundliche Produktionen wie „The Super Mario Galaxy Movie“ (897 Mio. Dollar) oder Pixars „Hoppers“ (371 Mio. Dollar) pushen, setzt Netflix bewusst auf anspruchsvolle Actionfilme mit erwachsenen Themen und Inhalten.

Früher waren R-rated-Blockbuster wie „Lethal Weapon“, „Die Hard“ oder „True Lies“ an den Kinokassen unschlagbar. Heute sind solche Filme im Kino fast ausgestorben. Stattdessen dominieren animierte Familienfilme oder PG-13-Produktionen wie „Project Hail Mary“ (638 Mio. Dollar) und „Michael“ (430 Mio. Dollar). R-rated-Filme schaffen es heute meist nur noch in Nischen: Horrorstreifen wie „Scream 7“ (207 Mio. Dollar) oder literarische Adaptionen wie „Wuthering Heights“ (241 Mio. Dollar) und „The Housemaid“ (399 Mio. Dollar).

Netflix hingegen setzt konsequent auf erwachsene Action- und Thrillerfilme. Laut internen Daten des Streamingdienstes schauen Zuschauer nicht nur einzelne Filme, sondern gleich mehrere aus demselben Genre. So hatten Haushalte, die „Thrash“ oder „Apex“ sahen, zuvor bereits „The Rip“ oder „War Machine“ gestreamt. Diese Strategie kombiniert eigene Produktionen mit der Übernahme von Projekten, die bei anderen Studios in der Schublade verschwanden.

„Es war eine bewusste Entscheidung, diese Lücken zu füllen.“

Der Erfolg gibt Netflix recht: Die Zuschauerzahlen beweisen, dass ein Markt für reife Blockbuster besteht – ein Genre, das Hollywood längst aufgegeben hat. Während die großen Studios auf familienfreundliche Inhalte setzen, setzt der Streaming-Riese auf erwachsene Unterhaltung und dominiert damit die Charts.

Quelle: The Wrap