Spider-Man trifft auf Film Noir – das Ergebnis ist Spider-Noir, eine Serie, die klassische Superhelden-Elemente mit der düsteren Ästhetik der 1930er- und 1940er-Jahre verbindet. Im Mittelpunkt steht Ben Reilly, auch bekannt als Spider, ein ehemaliger Superheld, der nach einem persönlichen Verlust zum Privatdetektiv wurde. Seine Gegner? Vertraute Schurken wie Sandman und Tombstone. Doch das Besondere an dieser Serie ist ihr Stil: Sie bedient sich bei den ikonischen Werken des Film Noir, angefangen bei Humphrey Bogarts Meisterwerken wie The Big Sleep und The Maltese Falcon.
Nicolas Cage: Bogarts Humor als Inspiration
Für Hauptdarsteller Nicolas Cage ist Humphrey Bogart der perfekte Leitfaden, um harte Detektivgeschichten mit spektakulären Superhelden-Abenteuern zu verbinden. „Was ich an Bogart immer mochte, besonders in Filmen wie The Big Sleep, war seine Fähigkeit, sich über das schlechte Verhalten anderer zu amüsieren“, erklärt Cage im Gespräch mit Den of Geek. „Er begann zu lachen über die Bosheit anderer, es hat ihn tickelig gemacht. Ich habe versucht, ein bisschen davon in Spider-Noir einzubringen. Wenn Li Jun Lis Charakter Cat Hardy etwas Gefährliches tut, würde Ben Reilly es amüsant finden. Er würde denken: ‚Oh, das ist ja so viel Spaß‘ – genau wie Bogart es getan hätte.“
Oren Uziel: Leidenschaft für Noir und Spider-Man
Showrunner Oren Uziel vereint in Spider-Noir zwei seiner größten Leidenschaften: Spider-Man und den Film Noir. „Ich habe Spider-Man immer geliebt, aber ich war auch immer ein Fan von Noir“, gesteht Uziel. „Als sie mir die Idee einer eigenständigen Spider-Man-Serie präsentierten, die im New York der 1930er spielt und im Stil von Film Noir ist, wusste ich sofort: Das ist mein Projekt.“
Seine Begeisterung für das Genre zeigt sich auch in seiner Bewunderung für The Third Man (1949), einem Klassiker von Carol Reed mit einem unvergesslichen Zither-Soundtrack von Anton Karas. „Orson Welles und die Art, wie der Film inszeniert ist – die Beziehungen, die Intrigen, alles spielt in der Nachkriegszeit in Wien“, schwärmt Uziel. „Es ist einfach so romantisch. Wir haben Szenen aus unseren Lieblings-Noir-Filmen gestohlen – oder besser gesagt: liebevoll homenagt.“
Ein unvergesslicher Moment: Cage als Edward G. Robinson
Uziel erinnert sich an eine besonders beeindruckende Szene während des Table Reads: „Wir waren in einem Restaurant in Los Angeles, lange bevor wir mit den Dreharbeiten begannen. Nicolas hatte bereits die Hälfte des Drehbuchs auswendig gelernt. Plötzlich sagte er: ‚Ich werde diese Szene wie Edward G. Robinson spielen‘ – und er führte die gesamte Szene perfekt aus.“ Robinson, bekannt aus Filmen wie Little Caesar, Scarlet Street und Double Indemnity, verkörpert den typischen Noir-Helden: zynisch, aber mit einem Hauch von Moral.
Lamorne Morris: Robbie Robertson in neuem Licht
Für Schauspieler Lamorne Morris ist die Rolle des Joseph „Robbie“ Robertson eine besondere Herausforderung. Der Charakter, der im Comic-Universum oft als vernünftige Stimme im Hintergrund agiert, wird in Spider-Noir zum zentralen Bestandteil der Handlung. „Er ist die Stimme der Vernunft“, erklärt Morris. „In dieser Serie bekommt er mehr Tiefe und wird zu einer Schlüsselfigur.“ Bisher war Robertson in Live-Action-Adaptionen von Spider-Man nur selten zu sehen – Spider-Noir ändert das nun.
Ein einzigartiges Projekt entsteht
Spider-Noir ist mehr als nur eine Superhelden-Serie – es ist eine Hommage an eine goldene Ära des Kinos. Mit Nicolas Cage in der Hauptrolle, der sich tief in die Welt des Film Noir einlebt, und einem Showrunner, der seine Leidenschaft für beide Genres vereint, verspricht die Serie ein visuelles und erzählerisches Erlebnis zu werden, das Fans beider Welten begeistern wird. Ob als düsterer Detektiv oder als klassischer Superheld: Ben Reilly alias Spider hat in dieser Adaption eine ganz eigene Note gefunden.