Mit Spider-Man: Brand New Day kündigt Marvel einen radikalen Neuanfang an – und das nicht nur inhaltlich. Nach dem Ende von Spider-Man: No Way Home, in dem Peter Parker auf seine selbstgenähte Spider-Man-Montur, eine Nähmaschine und eine heruntergekommene Wohnung zurückgeworfen wurde, setzt das Franchise nun auf eine Rückkehr zu handfesten Stunts und praktischen Effekten. Ein neues Behind-the-Scenes-Video gibt Einblicke in die Produktion und zeigt, warum diese Entscheidung für Fans ein Hoffnungsschimmer sein könnte.

Praktische Effekte statt digitaler Überladung

In dem Clip sprechen Star Tom Holland und Regisseur Destin Daniel Cretton über die Bedeutung von physischen Stunts und Effekten für den neuen Film. Übernahmen von Spider-Man, der an Kabeln durch die Luft geschleudert wird oder auf einem Auto hinter einem Truck herfährt, kommentiert Holland begeistert: „Das sind einige der besten Actionszenen, die wir je in einem dieser Filme hatten. Und wir haben die meisten Stunts an einem einzigen Drehtag in der Kamera gedreht.“

Diese Aussage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Marvel-Fans zunehmend unzufrieden mit der Qualität der visuellen Effekte im MCU sind. Während einige Sequenzen wie die Freeway-Jagd in Captain America: The Winter Soldier noch als Referenz galten, wirkt die Action in neueren Filmen oft überladen und unnatürlich. Filme wie Black Widow, Doctor Strange in the Multiverse of Madness oder Thor: Love and Thunder wurden für ihre schlechten CGI-Effekte kritisiert – ein Problem, das durch Berichte über die Ausbeutung von VFX-Künstlern und Massenentlassungen noch verschärft wurde.

Ein Lichtblick: Shang-Chi und die Rückkehr zu sichtbaren Stunts

Eine der wenigen Ausnahmen in dieser Hinsicht war Shang-Chi und die Legende der Zehn Ringe, ebenfalls unter der Regie von Cretton. Obwohl auch dieser Film einige schwache CGI-Momente hatte, überzeugten die Actionszenen durch ihre Klarheit und Intensität – ein Beweis dafür, dass gut choreografierte Stunts und praktische Effekte einen Unterschied machen können. Cretton betont im neuen Video die Bedeutung dieser Herangehensweise: „Die Eröffnungsszene zu drehen, war ein echtes Highlight … Spider-Man auf der Straße zu zeigen, während Autos explodieren – das ist einfach unglaublich.“

Die Bilder im Clip zeigen einen Stuntman in Spider-Man-Kostüm, der über einer Feuerkugel schwebt – ein deutlicher Kontrast zu den oft glatten, aber unpersönlichen CGI-Effekten anderer MCU-Produktionen. Sony hat zwar gezielt die besten Momente für das Promo-Material ausgewählt, doch allein die Tatsache, dass ein ganzes Video den praktischen Effekten gewidmet ist, unterstreicht deren Priorität für den Film.

Warum praktische Effekte den Unterschied machen

Gute visuelle Effekte sind zweifellos ein zentraler Bestandteil eines gelungenen Superheldenfilms – doch sie sind nicht alles. Die ersten beiden Spider-Man-Filme von Sam Raimi gelten bis heute als Maßstab für das Genre, und ihr Erfolg beruhte nicht zuletzt auf der Kombination aus praktischen Effekten, überzeugenden Stunts und einer klaren visuellen Sprache. Brand New Day könnte diesen Ansatz wiederbeleben und damit eine Lücke schließen, die viele Fans im modernen MCU vermissen.

Ob die Strategie aufgeht, bleibt abzuwarten. Doch die ersten Reaktionen auf das neue Material sind vielversprechend – und zeigen, dass Marvel zumindest in diesem Punkt auf dem richtigen Weg sein könnte.