Die Suche nach dem idealen Schauspieler für eine Rolle ist eine der größten Herausforderungen für Regisseure. Doch manchmal entfällt diese Suche: Viele Filmemacher besetzen sich selbst in ihren eigenen Werken. Diese Entscheidung kann jedoch problematisch sein, da die Macht, sich selbst zu casten, unübertroffen ist. Wir stellen die umstrittensten Fälle vor, in denen Regisseure sich selbst in fragwürdigen Rollen inszenierten – hoffentlich aus künstlerischen Gründen.

Die umstrittensten Selbstbesetzungen in der Filmgeschichte

Quentin Tarantino in From Dusk Till Dawn

Obwohl Robert Rodriguez Regie führte, schrieb Tarantino das Drehbuch und castete sich selbst in eine Szene, in der Salma Hayek Alkohol über sein Bein in seinen Mund gießt. Diese selbstverliebte Inszenierung zählt zu den ikonischsten Momenten des Kinos.

M. Night Shyamalan in Lady in the Water

Shyamalan besetzte sich als Schriftsteller, dessen Werk die Zukunft der Menschheit verändern sollte. Kritiker warfen ihm vor, damit eine ungewöhnlich selbstgefällige Rolle geschaffen zu haben.

Tommy Wiseau in The Room

Wiseau inszenierte sich als romantischen Helden, der von allen umschwärmt wird – und schuf damit unfreiwillig eine der berühmtesten Beispiele für filmische Eitelkeit.

Mel Gibson in Braveheart

Gibson besetzte sich als William Wallace und inszenierte sich in heroischen Reden, Schlachten und Märtyrerszenen. Der historische Epos mutierte dadurch zu einer überzeichneten Fantasie.

Ben Affleck in Live by Night

Affleck spielte einen stilvollen Gangster, der sich mühelos durch Schießereien, Romanzen und kriminelle Imperien navigiert. Kritiker warfen ihm vor, damit eine selbstgefällige Wunschvorstellung bedient zu haben.

Kenneth Branagh in Mary Shelleys Frankenstein

Branagh führte nicht nur Regie, sondern spielte auch Victor Frankenstein – mit theatralischen Übertreibungen, die den Rest der Besetzung in den Schatten stellten.

Kevin Smith in Jay and Silent Bob Strike Back

Smith kehrte als Silent Bob zurück und inszenierte einen Film, der fast ausschließlich aus Insiderwitzen, Promi-Cameos und übertriebenen Wunschfantasien um sein langjähriges Alter Ego bestand.

Taika Waititi in Jojo Rabbit

Waititi besetzte sich als eine absurde Version von Adolf Hitler und schuf damit eine komödiantische Performance, die ihn im Zentrum der Satire platzierte.

Spike Lee in She’s Gotta Have It

Lee castete sich selbst als einen der Männer, die Nola Darling umwerben – und platzierte damit seine eigene Figur direkt in den zentralen romantischen und sexuellen Konflikten des Films.

Woody Allen in Manhattan

Allen besetzte sich wiederholt als intellektueller Romantiker, der mit deutlich jüngeren Frauen liiert ist. Dieses Muster wurde mit der Zeit zunehmend umstritten und unangenehm.

Vincent Gallo in The Brown Bunny

Gallo inszenierte sich selbst in einer sehr expliziten Szene mit Chloë Sevigny – ein Moment, der bei der Veröffentlichung alle anderen Aspekte des Films überschattete.

Neil Breen in Fateful Findings

Breen besetzt sich in seinen eigenwilligen Independent-Filmen regelmäßig als geniale Figuren, die Verschwörungen aufdecken, Korruption entlarven und Bewunderung von fast allen Charakteren erhalten.

James Cameron in Titanic

Cameron steuerte nicht nur die berühmte Zeichnungsszene bei, in der Jacks nackter Oberkörper zu sehen ist, sondern inszenierte sich damit auch selbst in einer ikonischen Rolle.

„Die Selbstbesetzung kann künstlerisch gerechtfertigt sein – doch oft wirkt sie wie eine unreflektierte Selbstbeweihräucherung.“