Seit über 80 Jahren prägt Green Lantern die Comic- und Filmwelt, doch die Figur hat sich stark verändert. Der erste Green Lantern aus dem Jahr 1940 verfügte über einen magischen Ring, der gegen Holz anfällig war. Heute sind die Träger der Ringe eher sci-fi-begeisterte Weltraum-Polizisten. Einige Aspekte der ursprünglichen Geschichten gelten heute als problematisch und wurden im Laufe der Zeit ignoriert oder umgeschrieben.

Chris Mundy, Schöpfer der neuen HBO-Serie Lanterns, scheint jedoch nicht alle umstrittenen Elemente der Vergangenheit aufzugreifen. Laut einem aktuellen Profil im Entertainment Weekly könnte die Serie jedoch eine alte Kontroverse um Hal Jordans Partner John Stewart neu beleuchten.

Im Mittelpunkt steht dabei die unterschiedliche Herkunft der beiden Charaktere. Während Hal Jordan (dargestellt von Kyle Chandler) sein Power-Ring erhielt, nachdem sein Vorgänger Abin Sur auf der Erde notlanden musste, wurde John Stewart (gespielt von Aaron Pierre) von den Guardians of the Universe gezielt ausgewählt. Die bläulichen Gründer des Green Lantern Corps intervenierten demnach aktiv, um Stewart als Mitglied zu ernennen – nicht als bloßen Ersatz, sondern aufgrund einer bewussten Entscheidung.

Diese Ursprungsgeschichte entspricht dem Original aus dem Jahr 1971, als John Stewart in Green Lantern #87 von Dennis O’Neil und Neal Adams eingeführt wurde. Damals hatten die Guardians bereits einen Backup für Hal Jordan bestimmt, falls dieser seinen Pflichten nicht nachkommen könnte. Als dieser Backup, Guy Gardner, verletzt wurde, suchten die Guardians nach einem zweiten Ersatz.

Die Wahl fiel auf John Stewart, einen schwarzen Mann, der sich gegen rassistische Polizeibeamte stellte, die zwei Männer beim Domino-Spiel belästigten. Hal Jordan jedoch sah in ihm zunächst nur einen respektlosen jungen Hitzkopf. Obwohl er Stewarts Mut und Stärke anerkannte, kritisierte er dessen „tragenden Groll“ – eine Einstellung, die Hal nicht teilte.

Nach Erhalt seines Rings distanzierte sich Stewart bewusst von der Tradition der Corpsmen, indem er seine Maske ablegte und erklärte:

„Ich habe nichts zu verbergen!“
Später ließ er Öl aus einem havarierten Tanklastwagen über korrupte Politiker fließen. Als diese Politiker einen fingierten Attentatsversuch planten, um ihn als radikalen Aktivisten darzustellen, durchschaute Stewart den Plan – etwas, das Hal nicht vermochte.

Stewart galt lange als ungestüm und riskant, doch seit den 2000er-Jahren, insbesondere durch die Justice League-Zeichentrickserie, wurde er zu einer ruhigeren und respektierteren Figur. Die neue HBO-Serie könnte nun seine ursprüngliche, kontroverse Darstellung wieder aufgreifen und damit eine alte Debatte neu entfachen.