San Francisco – Beim finalen TV-Duell vor den kalifornischen Gouverneursvorwahlen blieb ein zentrales Thema der Wähler komplett unberücksichtigt: Hollywood. Sieben Kandidaten diskutierten in San Francisco über Themen wie Wohnungsnot, Klimawandel und künstliche Intelligenz, doch die Film- und Fernsehproduktion spielte keine Rolle.

Zu den Teilnehmern des von CBS und dem San Francisco Examiner ausgerichteten Debattenabends gehörten unter anderem Xavier Becerra (Demokraten), Chad Bianco (Republikaner) und Steve Hilton (Republikaner). Es war das dritte Aufeinandertreffen der Kandidaten, doch trotz strukturierterer Abläufe – mit Eröffnungs- und Schlussstatements – kam es erneut zu Unterbrechungen und Wortgefechten.

Moderiert wurde die Debatte von Ryan Yamamoto (CBS News Bay Area), Tom Wait (CBS News Los Angeles) und Schuyler Hudak Prionas (Chefredakteur des San Francisco Examiner). Die Fragen waren in Themenblöcke unterteilt, darunter auch Schnellfeuerrunden. Doch während in der vorherigen NBC-Debatte noch die Ausweitung der kalifornischen Filmförderung diskutiert wurde, blieb das Thema diesmal komplett außen vor. Alle Kandidaten hatten damals eine unbegrenzte Ausweitung der Steuergutschriften für Filmproduktionen befürwortet. Seitdem hat auch die Diskussion über bundesweite Filmförderungen an Fahrt aufgenommen, um die USA im internationalen Wettbewerb zu stärken. Doch im aktuellen TV-Duell sucht man vergeblich danach.

Stattdessen standen Themen wie Wohnungsaffordabilität, Klimaschutz, Bildung und KI im Mittelpunkt. Besonders kontrovers ging es zwischen den Kandidaten zu. Die ehemalige Kongressabgeordnete Katie Porter warf ihren männlichen Mitbewerbern vor, sich ständig gegenseitig zu unterbrechen. Zudem kritisierte Steve Hilton, republikanischer Kandidat und ehemaliger Berater von Donald Trump, Xavier Becerra wegen dessen Verbindungen zur Biden-Administration. Becerras langjähriger Berater Sean McCluskie hatte sich schuldig bekannt, 225.000 Dollar aus Wahlkampfgeldern veruntreut zu haben. Becerra selbst steht nicht im Verdacht, an den Machenschaften beteiligt gewesen zu sein.

Hilton, der Becerra zunächst als Freund bezeichnete, forderte ihn auf, sich auf „seine kriminellen Äußerungen“ vorzubereiten. Becerra konterte mit den Worten: „Mit Freunden wie dir braucht man keine Feinde.“

Matt Mahan, Bürgermeister von San José und ehemaliger Lehrer, präsentierte seine Pläne zur Bildungsreform. Er schlug vor, das Bildungsministerium direkt der Gouverneursverwaltung zu unterstellen. Tom Steyer, ein weiterer demokratischer Kandidat, betonte, dass Lehrer besser bezahlt und unterstützt werden müssten, statt ihnen vorzuschreiben, wie sie unterrichten sollten. „Die Idee, dass wir sie nicht bezahlen müssen und trotzdem bessere Ergebnisse erzielen, ist unrealistisch“, so Steyer.

Quelle: The Wrap