Die britische Sängerin Dua Lipa hat gegen den südkoreanischen Elektronikriesen Samsung eine Klage in Höhe von 15 Millionen US-Dollar eingereicht. Der Vorwurf: Der Konzern habe ihr Bildnis und ihre Stimme ohne ihre Zustimmung für eine Werbekampagne genutzt.
Laut der Klageschrift, die am Montag beim US-Bezirksgericht für den Southern District of New York eingereicht wurde, soll Samsung in einer Werbung für Smart-TVs im Jahr 2023 eine KI-generierte Version der Sängerin eingesetzt haben. Diese habe nicht nur ihr Aussehen, sondern auch ihre Stimme imitiert, um ein neues Modell zu bewerben.
Dua Lipa argumentiert, dass diese Nutzung ihrer Persönlichkeitsrechte eine Verletzung des Right of Publicity darstelle. Dieses Recht schützt in vielen US-Bundesstaaten die kommerzielle Verwertung des eigenen Bildes, Namens oder anderer identifizierbarer Merkmale ohne Einwilligung. Die Sängerin betont, dass sie nie eine Genehmigung für die Verwendung erteilt habe und fordert nun Schadensersatz sowie die Unterlassung weiterer unerlaubter Werbung.
Ein Sprecher von Samsung äußerte sich bisher nicht öffentlich zu der Klage. Das Unternehmen hat jedoch in der Vergangenheit bereits KI-Technologien in Werbekampagnen eingesetzt, darunter auch Deepfake-Elemente.
Die Klage von Dua Lipa wirft erneut Fragen zur ethischen und rechtlichen Nutzung von KI in der Werbebranche auf. Experten warnen vor den Risiken unautorisierter Darstellungen von Prominenten durch künstliche Intelligenz, insbesondere im Hinblick auf Urheberrecht und Persönlichkeitsrechte.
Hintergrund: Right of Publicity und KI in der Werbung
- Right of Publicity: Ein in vielen US-Bundesstaaten anerkanntes Recht, das Prominenten und Privatpersonen ermöglicht, die kommerzielle Nutzung ihres Bildes oder Namens zu kontrollieren und dafür Entschädigung zu verlangen.
- KI-generierte Werbung: Immer häufiger nutzen Unternehmen KI, um realistische Darstellungen von Prominenten zu erstellen – oft ohne deren Zustimmung. Dies wirft rechtliche und ethische Fragen auf.
- Deepfakes: Durch KI erzeugte Medieninhalte, die reale Personen täuschend echt imitieren. Die Technologie wird zunehmend in Werbung, Unterhaltung und sogar in betrügerischen Aktivitäten eingesetzt.
Mögliche Konsequenzen der Klage
Sollte das Gericht zugunsten von Dua Lipa entscheiden, könnte dies ein Präzedenzfall für ähnliche Klagen gegen Tech-Konzerne und Werbeagenturen werden. Die Entscheidung könnte auch Auswirkungen auf die Nutzung von KI in der Werbebranche haben und Unternehmen dazu zwingen, strengere Richtlinien für die Verwendung von Persönlichkeitsrechten einzuhalten.