Die französische Polizei hat seit 2023 insgesamt 135 Fälle von Entführungen mit Forderungen nach Kryptowährungen registriert. Die Täter zielen auf Krypto-Besitzer oder deren Familien ab und verlangen Lösegeld in Bitcoin und anderen digitalen Währungen.

Die Ermittler der Zentralstelle zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität (Pnaco) sprechen von einer „sich rasant entwickelnden Erscheinung“. Während 2023 nur drei solche Fälle gemeldet wurden, stieg die Zahl 2024 auf 18 und explodierte 2025 um 272 Prozent auf 135 Vorfälle.

Strukturierte Netzwerke identifiziert

„Wir haben mehrere Personen ermittelt, die in gleich mehreren Fällen involviert sind“, erklärte Vanessa Perrée, Leiterin von Pnaco, gegenüber der Zeitung Le Parisien. „Es handelt sich um organisierte Strukturen.“ In diesem Jahr wurden bereits 47 neue Fälle registriert. Ein aktueller Vorfall betraf eine fünfköpfige Familie, die unter Waffengewalt festgehalten und deren Auto sowie ein Cold Wallet mit Kryptowerten im Wert von 800.000 US-Dollar entwendet wurden.

Ermittlungserfolge und Verhaftungen

Die Ermittler verzeichnen erste Erfolge: In 12 aktiven Krypto-Entführungsfällen wurden bisher 88 Personen angeklagt, darunter etwa ein Dutzend Minderjährige. 75 Verdächtige befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft, wobei die meisten Festnahmen in den letzten Monaten erfolgten.

So wurden kürzlich drei Männer im Alter zwischen 25 und 30 Jahren in der Region Savoie wegen eines Vorfalls im November in Challes-les-Eaux angeklagt. Zwei von ihnen stehen zudem im Verdacht, an einem ähnlichen Fall in Charente-Maritime beteiligt gewesen zu sein. Alle drei haben Vorstrafen.

Parallel dazu wurde ein 17-jähriger Junge festgenommen, der einer Frau und ihrer 67-jährigen Mutter Gewalt antat, um Kryptowährungen zu erpressen. Wie Le Monde berichtet, wurde der Jugendliche Tage nach der Tat dabei beobachtet, wie er in seinem Elternhaus PlayStation spielte. Die Ermittler fanden Blutspuren einer der Opfer im Fahrzeug der Täter.

Die drei Verdächtigen sollen über Telegram von einem Mann mit dem Pseudonym „Hermano“ angeworben worden sein. Zwei von ihnen wurden bei dem Versuch festgenommen, einen Bus nach Spanien zu besteigen.

Quelle: DL News