Der US-amerikanische Musiker Jack Antonoff, Frontmann der Band Bleachers und erfolgreicher Produzent, hat sich in einem emotionalen Instagram-Post gegen die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Kunst ausgesprochen. Sein neues Album „Everyone for Ten Minutes“, das er als Projekt über „Kommunikation und zwischenmenschliche Interaktionen“ beschreibt, nutzt er als Plattform, um seine Haltung zu KI-generierter Kunst klar zu machen.

Kritik an KI-Kunst: „Ein uralter Ritus“

In seinem Post mit dem Titel „Update #13“ und der Überschrift „only my people can see me“ – ein wiederkehrendes Motiv auf dem neuen Album – bezeichnete Antonoff diejenigen, die Kunst mit KI erschaffen, als „gottlose Huren“. Er betonte, dass kreatives Schaffen ein „uralter Ritus“ sei und ohne den eigentlichen Prozess die Kunst „Nichts“ sei. Seine Worte an die KI-Befürworter:

„Also, an alle, die sich mit den neuen Möglichkeiten brüsten, Kunst vorzutäuschen – fahrt ruhig den Abgrund hinab. Wir freuen uns, euch gehen zu sehen.“

Antonoff fuhr fort:

„Künftige Generationen werden weiterhin den uralten Ritus des Schreibens, Aufnehmens und Aufführens pflegen, wie er uns von Gott gegeben wurde. Während dieser seltsamen Abzweigung werden sich die schlechten Akteure durch ihr dilettantisches Werk entlarven, und die talentierten Künstler, die sich abmühen, werden noch stärker belastet, um ehrlich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wir – ich, die Band und eigentlich alle, die ich kenne – sind entschlossener denn je, das zu zeigen, was von innen kommt.“

Kunst als „heiligster Prozess“

Für Antonoff ist der kreative Prozess heilig:

„Musik schreiben, aufnehmen und aufführen – das ist es. Nichts ist peinlicher, als zu glauben, es gäbe eine Möglichkeit, diesen heiligen Prozess zu optimieren.“

Sein Instagram-Post, der vor dem Albumrelease erschien, enthielt auch eine persönliche Note:

„Uralter Ritus :: Nur unsere Menschen können sehen, wie wir Liebe senden! Wie geht es euch allen? Grüße aus dem Flugzeug.“

Langjährige Kritik an KI in der Kunst

Antonoff, der neben Bleachers auch als Produzent für Künstler wie Taylor Swift, Lorde und Lana Del Rey arbeitet, hat sich schon früh gegen den Einsatz von KI in der Kunst ausgesprochen. Bereits 2023 äußerte er sich in einem Interview mit Music Business Worldwide kritisch:

„Es interessiert mich nicht, was KI mit der Kunst anstellt, denn ich glaube nicht, dass sie etwas bewirken wird. Die Präsenz von etwas, das von einem Menschen geschaffen wurde, ist ein zentraler Bestandteil der Quelle. Aber ich denke, sie wird das Geschäft für viele kämpfende Künstler ruinieren.“

Seine Kritik zielt vor allem auf die kommerziellen Aspekte ab:

„Das Problem ist die Geschäftswelt: Sie finden immer einen Weg, etwas zu ‚disrupten‘ oder kaputt zu machen. Aber was sie nie verstehen, ist, dass es nie kaputt war. Stattdessen durchlaufen wir diese zyklischen Irrfahrten – und das ist erschöpfend und traurig, besonders für die Künstler, die am Ende die Zeche zahlen.“

In einem kürzlich veröffentlichten Interview mit Paste bekräftigte Antonoff seine Haltung erneut und betonte die Bedeutung von Authentizität in der Kunst. Für ihn ist KI kein Werkzeug für kreative Prozesse, sondern eine Bedrohung für die Integrität der Musikbranche.

Quelle: The Wrap