Der erfahrene Journalist Jim Acosta hat Journalisten dazu aufgerufen, den White House Correspondents’ Dinner am Samstag zu verlassen, falls Donald Trump in seiner Rede die Presse angreifen sollte.
Acosta äußerte sich in einer aktuellen Folge seiner Show „The Jim Acosta Show“, an der auch die Journalistin Katie Couric teilnahm. Das Thema kam auf, nachdem Couric Acosta fragte, wie er reagieren würde, falls Trump „aufsteht und die anwesenden Reporter gezielt angreift“.
Acosta antwortete:
„Ich sage Ihnen genau, was ich denke – und freitags mache ich manchmal diese Segmente namens ‚Fuck It Friday‘, wo ich einfach mal alles rauslasse. Ich glaube, wenn Trump damit anfängt, sollten die Journalisten im Raum sofort gehen! Sie sollten aufstehen und den Saal verlassen!“
Couric zeigte sich skeptisch, ob Journalisten tatsächlich so handeln würden. Acosta räumte ein, dass sie damit wahrscheinlich recht habe, betonte aber:
„Das ist meine persönliche Meinung. Ich glaube, die Medien sind eine der letzten Institutionen in diesem Land, die erkannt haben, dass man sich einem Tyrannen widersetzen muss.“
Acosta räumte ein, dass Journalisten regelmäßig Angriffen ausgesetzt seien, blieb aber bei seiner Forderung:
„Man muss für etwas einstehen – für unseren Berufsstand und für den Ersten Zusatzartikel. Soweit ich weiß, wird er dort nur alles runtermachen und dann gehen, ohne sich an den Auszeichnungen oder den Feiern zum Ersten Zusatzartikel zu beteiligen. Das ist eine absolute Schande.“
Der White House Correspondents’ Dinner am Samstag in Washington, D.C. markiert das erste Mal, dass Trump als amtierender Präsident an der jährlichen Veranstaltung teilnimmt. Über 250 Journalisten und Medienorganisationen haben bereits eine Petition gegen seine Teilnahme unterzeichnet.
Weijia Jiang, Präsidentin der White House Correspondents’ Association (WHCA), erklärte gegenüber CNN:
„Alle Anwesenden wissen, dass es sich um ein Dinner handelt, das die Bedeutung des Ersten Zusatzartikels würdigt. Besonders im Jahr des 250. Geburtstags der USA zeigt unsere Entscheidung, als Journalisten, Politiker und der Präsident im selben Raum zusammenzukommen, was die freie Presse in diesem Land bedeutet.“