Junji Ito zählt zu den bedeutendsten Vertretern des modernen japanischen Horrors. Seine Manga-Werke und die darauf basierenden Adaptionen haben weltweit Kultstatus erreicht. Besonders seine Kurzgeschichten-Sammlungen bieten eine kompakte Kostprobe seines unverkennbaren Grusels. Mit Statues: Junji Ito Story Collection präsentiert der Verlag Viz Media nun eine neue Anthologie, die zehn seiner besten Werke vereint – und hält, was Fans erwarten: eine Mischung aus beklemmendem Horror und groteskem Body-Horror.
Die Sammlung umfasst ältere Manga-Geschichten, die Ito zwischen 1990 und 1992 in verschiedenen japanischen Magazinen veröffentlichte. Dazu gehören unter anderem:
- „Red Thread“ (1990)
- „The Giver“ (1991)
- „The Bridge“ (1990)
- „The Circus has Come to Town“ (1991)
- „Hornet Nest“ (1991)
- „Town of Maps“ (1991)
- „Statues“ (1991)
- „Die Young“ (1991)
- „Scarecrow“ (1991)
- „Suicide Note“ (1992)
Trotz ihres Alters wirken die Geschichten nicht veraltet. Ito gelingt es, zeitlose Themen wie Schicksal, Schuld und die Abgründe der menschlichen Psyche in packende Horrorgeschichten zu verpacken.
„Red Thread“: Ein Fluch, der unter die Haut geht
Die Sammlung beginnt mit einem der bekanntesten Werke Itos: „Red Thread“. Nach einer schmerzhaften Trennung entdeckt der Schüler Tomo Ishii einen roten Faden an seinem Handgelenk, der sich unaufhaltsam über seinen Arm bis zum Bauch zieht. Sein Großvater deutet das Phänomen als möglichen Fluch – ähnlich einem traditionellen senninbari-Amulett. Doch je mehr Zeit vergeht, desto klarer wird: Hier handelt es sich um etwas weitaus Unheilvolleres.
„Statues“: Kunst mit tödlichem Preis
In „Statues“ häufen sich mysteriöse Todesfälle und Verschwinden in einem Schulkunstkeller. Die junge Rumi ahnt schnell, dass etwas nicht stimmt. Doch erst als sie selbst in die dunklen Geheimnisse des Raums eintaucht, enthüllt sich die wahre Natur des Horrors.
Klassiker des Horrors: „The Bridge“ und „The Circus has Come to Town“
„The Bridge“ erzählt die Geschichte einer alten Frau, die von den Geistern derer heimgesucht wird, die vor ihr starben. Ihr Enkel, der ihrem Ruf folgt, entdeckt dabei eine düstere Wahrheit über ihre Heimatstadt. „The Circus has Come to Town“ hingegen entpuppt sich als tödliche Falle: Ein scheinbar fröhliches Zirkusereignis entpuppt sich für die Besucher als Albtraum.
Surrealer Horror: Zwischen Twilight Zone und Albträumen
Nicht alle Geschichten in Statues sind klassisch gruselig. Einige wirken wie Episoden aus der Twilight Zone – surreal, rätselhaft und mit unerwarteten Wendungen. Doch selbst diese scheinbar harmlosen Erzählungen hinterlassen einen bleibenden Eindruck und zeigen Itos einzigartige Fähigkeit, Ängste auf unerwartete Weise zu schüren.
Fazit: Statues: Junji Ito Story Collection ist ein Muss für alle Fans des japanischen Horrors. Die Sammlung beweist einmal mehr, warum Ito zu den einflussreichsten Horror-Autoren der Gegenwart zählt – seine Geschichten bleiben im Gedächtnis, lange nachdem man das Buch zugeschlagen hat.