Fortschrittliche künstliche Intelligenz wird die Kriegsführung nachhaltig verändern. Das betonte ein hochrangiger Cyber-Experte des US-Verteidigungsministeriums am Donnerstag und bezeichnete den Einsatz von KI nicht als evolutionären, sondern als revolutionären Wandel.

Paul Lyons, stellvertretender Assistant Secretary for Cyber Policy, sprach auf dem Federal Cyber Resilience Breakfast von Rubrik und FedScoop. Er bezeichnete die Entwicklung von Spitzen-KI-Modellen wie Mythos als „Wendepunkt“. Diese Modelle würden sowohl offensive als auch defensive Strategien des Pentagon grundlegend verändern, insbesondere im Bereich kritischer Infrastrukturen.

„Das ermöglicht es uns, schnell und gezielt in Abhängigkeiten wie Wasser-, Strom- und Rechenkapazitäten vorzudringen“, erklärte Lyons. Die Technologie zwinge das Pentagon zwar zu neuen Überlegungen, biete aber auch große Chancen für die USA – insbesondere, weil sie von amerikanischen Unternehmen entwickelt werde.

Lyons betonte, dass sein Ressort optimistisch in die Zukunft blicke:

„Wir müssen klären: Welche Befugnisse brauchen wir? Wie setzen wir KI in Entscheidungsprozessen und im Einsatz ein?“
Sein Team analysiere derzeit, wie sich Cyberangriffe durch KI in Geschwindigkeit, Ausmaß und Komplexität verändern werden.

Das Pentagon hatte Mythos zunächst als „Risiko für die Lieferkette“ eingestuft, nachdem der Entwickler Anthropic sich weigerte, das Modell Claude nach den Vorgaben des Pentagon einzusetzen. Dennoch nutzt das Militär Mythos bereits zur Aufdeckung von Cyber-Schwachstellen.

Lyons verwies auf aktuelle Konflikte, in denen Cyberoperationen bereits eine entscheidende Rolle spielten:

„In Venezuela sahen wir, wie Cyberangriffe Bedingungen schaffen, die den Kampfkräften Vorteile verschaffen – ohne kinetische Effekte, aber mit erhöhter Wirksamkeit.“
Auch im Iran seien solche Taktiken zu beobachten.

Präsident Donald Trump setzt in seiner Cyberstrategie auf eine aktivere Verteidigung und offensive Gegenmaßnahmen. Lyons unterstützte diesen Ansatz:

„Die USA waren bisher vor allem defensiv aufgestellt – das ist keine erfolgversprechende Strategie. Amerika muss das gesamte Spektrum der Cyberoperationen dominieren.“
Quelle: CyberScoop