Es gibt eine berühmte Anekdote über Lena Dunhams ursprünglichen Pitch für die Serie Girls: Angeblich schrieb sie ihn auf die Rückseite einer Cocktailserviette. Es war alles Stimmung, aber ohne klare Handlung oder ausgearbeitete Charaktere – eine Mischung aus Gossip Girl und Sex and the City. Es ging um die Art von Mädchen, die Dunham damals kannte und mit denen sie befreundet war, als sie mit 23 Jahren in SoHo an einem Webprojekt arbeitete. Diese Servietten-Geschichte ist längst zu einem Symbol für ihre Karriere geworden – entweder als Beweis für ihr müheloses Talent oder für das unerkannte Privileg, das dahintersteht.
Doch in ihrer neuen Memoiren Famesick räumt Dunham mit diesem Mythos auf: „Ich habe den Pitch tatsächlich auf dem Laptop meines Bruders geschrieben, den ich für die Reise ausgeliehen hatte.“
Dunham ist sich bewusst, dass ihr Name längst nicht mehr nur für ihre Person steht. Sie akzeptiert, dass ihr Leben und ihr Vermächtnis von solchen Geschichten geprägt sind – der Preis, den sie für ihren Ruhm zahlt. Doch sie will auch ihre eigene Perspektive erzählen. Famesick ist ein detaillierter, anstrengender und 15 Jahre umfassender Bericht über ihr Leben: von ihren Anfängen als Indie-Filmmacherin in New York über ihren Aufenthalt in einer Reha wegen einer Klonopin-Sucht bis hin zu ihrem neuen Leben in London an der Seite ihres Mannes, des Musikers Luis Felber.
In ihrem Buch reflektiert Dunham offen über die Höhen und Tiefen ihres Lebens. Sie spricht über den Druck der öffentlichen Wahrnehmung, ihre Kämpfe mit Sucht und psychischen Gesundheit sowie die Herausforderungen, ein Leben zwischen Ruhm und persönlicher Integrität zu führen. Famesick ist nicht nur eine Autobiografie, sondern auch eine schonungslose Auseinandersetzung mit dem Preis des Erfolgs.
Mit Famesick gibt Lena Dunham ihren Fans und Kritikern gleichermaßen einen tiefen Einblick in ihr Inneres. Sie zeigt, dass hinter dem öffentlichen Image eine komplexe, verletzliche und entschlossene Frau steht – eine, die trotz aller Kontroversen weiterhin ihre Stimme erhebt.