Die Moderatoren des MSNBC-Formats „Morning Joe“ haben sich in ihrer aktuellen Ausgabe mit der angeblichen Langeweile von US-Präsident Donald Trump am Krieg im Iran beschäftigt. Dabei warnten sie vor einem gravierenden Imageproblem: Trump wirke „extrem schwach“, sollte er den Konflikt vorzeitig beenden.
Moderator Joe Scarborough erklärte: „Donald Trump langweilt sich in diesem Krieg und will schnell weiter. Das wussten wir alle. Er hat mir gesagt: ‚Zwei Wochen, zwei Wochen. Das wird eine interessante Zeit.‘ Ich habe damals gesagt: ‚Das wird nicht bis Mai dauern, denn er wird schnell die Geduld verlieren. Er will weiterziehen – nach Kuba oder zu anderen Themen.‘ Er kann das einfach nicht.“
Scarborough führte weiter aus: „Er kann das Land nicht mit einem Atomdeal verlassen, der noch schwächer ist als der von Barack Obama. Er kann nicht mehr Geld an den Iran zahlen als sein Vorgänger. Er kann die Straße von Hormuz nicht in iranischer Hand zurücklassen. Selbst wenn der Iran nach dem Krieg mehr Öl verkauft als zuvor – Trump wirkt extrem schwach.“
Er schloss mit den Worten: „Er kann nur gehen, wenn er als noch schwächerer Präsident dastehen will als Jimmy Carter oder George W. Bush im Irak.“ Beide Präsidenten hatte Trump zuvor wiederholt für ihre vermeintlichen Misserfolge in der Region kritisiert.
Co-Moderator Jonathan Lemire ergänzte die Analyse mit Einblicken in Trumps aktuelle Gedankenwelt: „Er versucht in Echtzeit einen Ausweg aus diesem Krieg zu finden. Er ist verzweifelt. Er ist, wie ein enger Berater es formulierte, ‚gelangweilt‘. Aber es steckt auch tiefe Frustration dahinter – er fühlt sich in die Ecke gedrängt und weiß nicht, wie er entkommen soll.“
Scarborough betonte zudem die globalen Konsequenzen eines Scheiterns im Iran: „Wenn man den Irak verliert, zerstört man nicht die Weltwirtschaft. Wenn man aber in den Iran einmarschiert, setzt man die globale Wirtschaft in Brand.“
Am Sonntag hatte der Iran ein neues Waffenstillstandsangebot vorgelegt, das unter anderem die Anerkennung der iranischen Kontrolle über die Straße von Hormuz durch die USA forderte. Seit Beginn des Krieges kontrolliert der Iran diese strategisch wichtige Wasserstraße. Trump lehnte das Angebot am Montag vehement ab und bezeichnete es als „wertloses Stück Papier“. Er erklärte gegenüber Reportern: „Ich würde es als das schwächste Angebot bezeichnen, das ich je gesehen habe. Ich habe nicht einmal die ganze Nachricht gelesen.“