Die Opus-Reihe von Sigono ist bekannt für ihre nachdenklichen Spiele, die Themen wie Leben, Existenz, Emotionen und Menschlichkeit erkunden. Opus: Prism Peak folgt diesem Ansatz und fordert Spieler auf, über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nachzudenken – sowie über die Beziehungen und Interaktionen, die uns prägen. Auch wenn das Tempo manchmal langsam ist und Geduld erfordert, belohnt das Spiel diejenigen, die sich auf die Reise einlassen.
Eine Reise durch Eugene’s Leben
Die Handlung beginnt mit Eugene, der als Fünfjähriger von seinem Großvater, einem Fotografen, aufgezogen wird. Gemeinsam erkunden sie die Wälder rund um ihr Bergheim. Der Großvater lehrt ihn alles über Fotografie und das Leben. Doch Eugene’s Weg verläuft nicht wie geplant: Ein Job in der Stadt endet mit der Schließung des Unternehmens, ein gemeinsames Café mit einem Freund scheitert, seine Frau verlässt ihn, und sein Großvater verschwindet spurlos. Nun verkauft Eugene die geerbte Kamera und kehrt in seine Heimat zurück – nicht für ein Wiedersehen, sondern für eine Beerdigung, die nie stattfindet. Stattdessen gerät er nach einem Unfall in einem Tunnel in eine mysteriöse, fast übernatürliche Welt.
Vertrautes und Fremdes: Eine Welt voller Erinnerungen
Die Ähnlichkeiten zu Spirited Away sind unübersehbar. Wie Chihiro landet Eugene durch einen Tunnel in einer fremden, aber vertraut wirkenden Umgebung. Es gibt keine Menschen, nur Tiere und Geister, die ihm und Ren, einem Kind mit Amnesie, begegnen. Nach einem Angriff durch ein Wesen namens Shade schließen sich die beiden zusammen. Die Tiergeister sind freundlich und helfen den beiden, während Eugenes Kamera – die er eigentlich verkauft hatte – plötzlich wieder auftaucht. Mit ihr kann er verlorene Erinnerungen einfangen und die Geheimnisse dieser Welt entschlüsseln.
Das Spiel kombiniert Elemente eines Point-and-Click-Adventures mit einem Fotografie-Simulator. Spieler blicken durch Eugenes Augen und erkunden die Welt in der Egoperspektive, unterbrochen von Third-Person-Szenen, in denen Eugene mit Ren und den Geistern interagiert. Wichtig ist es, auf Rens Blickrichtung und Hinweise zu achten, um Rätsel zu lösen und versteckte Orte zu entdecken. Wer die Switch 2-Version im docked Modus spielt, profitiert von besserer Performance und einer klareren Darstellung der Details.
Fazit: Ein melancholisches, aber lohnendes Erlebnis
Opus: Prism Peak ist kein Spiel für Action-Fans. Es ist eine ruhige, nachdenkliche Erfahrung, die Geduld und Aufmerksamkeit belohnt. Wer sich auf die Reise einlässt, wird mit einer tiefgründigen Geschichte, wunderschönen Landschaften und einer einzigartigen Atmosphäre belohnt. Ein Spiel, das lange im Gedächtnis bleibt – nicht wegen seiner Action, sondern wegen seiner emotionalen Tiefe und der Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.