Peking – Ein neuer Meilenstein in der Robotik: Der humanoide Roboter Lightning hat am Sonntag in Peking einen Halbmarathon in Rekordzeit absolviert. Mit einer Zeit von 50 Minuten und 26 Sekunden pulverisierte er nicht nur alle menschlichen Teilnehmer, sondern brach auch den bisherigen menschlichen Rekord von 57:20 Minuten.

Wie Reuters berichtet, benötigte der bisher schnellste Roboter aus dem Vorjahr noch zwei Stunden und 40 Minuten für dieselbe Strecke. Lightning, entwickelt vom Smartphone-Hersteller Honor, ist damit der erste autonome Roboter, der eine solche Distanz in unter einer Stunde bewältigt.

Technische Meisterleistung: So funktioniert Lightning

Die Ingenieure um Du Xiaodi, einen der Entwickler, arbeiteten ein Jahr an dem Projekt. Der Roboter ist mit Beinen zwischen 90 und 95 Zentimetern ausgestattet, um die Lauftechnik von Eliteathleten zu imitieren. Zudem nutzt Lightning eine Flüssigkeitskühlung, die bereits in Honor-Smartphones zum Einsatz kommt, um Überhitzung zu vermeiden.

„Die Herausforderung lag darin, die Balance zwischen Geschwindigkeit, Ausdauer und Energieeffizienz zu finden“, erklärte Du Xiaodi. „Lightning kombiniert fortschrittliche Sensorik mit präziser Bewegungssteuerung – ähnlich wie ein menschlicher Läufer, nur mit maschineller Präzision.“

Mehr als nur ein Rennen: Was der Rekord bedeutet

Der Erfolg von Lightning markiert einen Wendepunkt in der Entwicklung autonomer Laufroboter. Während humanoide Roboter wie Boston Dynamics‘ Atlas bereits komplexe Bewegungen meistern, zeigt Lightning, dass sie auch in Ausdauersportarten mit menschlichen Spitzenleistungen mithalten können.

Experten sehen darin einen wichtigen Schritt für zukünftige Anwendungen – etwa in der Logistik, Rettungsmissionen oder sogar im Alltag als Assistenzroboter. „Roboter wie Lightning könnten bald Aufgaben übernehmen, die für Menschen zu gefährlich oder anstrengend sind“, sagt ein Branchenanalyst.

Die Konkurrenz: Wer läuft noch mit?

Lightning war nicht der einzige Roboter im Rennen. Insgesamt traten 12 autonome Laufroboter an, doch keiner kam auch nur in die Nähe seiner Zeit. Die meisten scheiterten bereits an der Distanz oder brauchten deutlich länger. Der zweite Platz ging an einen Roboter mit einer Zeit von über zwei Stunden – ein klarer Abstand zum Sieger.

Die Veranstaltung in Peking war damit nicht nur ein sportliches, sondern auch ein technologisches Spektakel, das die Grenzen des Machbaren weiter verschiebt.

Quelle: The Verge