Die diplomatischen Bemühungen zwischen den USA und Iran sind nach einem turbulenten Wochenende erneut gescheitert. Trotz Fortschritten in den Verhandlungen kurz vor Ablauf eines zweiwöchigen Waffenstillstands brachte die Beschlagnahmung eines iranischen Frachtschiffs durch die USA die Gespräche zum Erliegen. Donald Trump reagiert darauf mit wütenden Social-Media-Posts, in denen er verzerrte Umfragen und falsche Behauptungen verbreitet.
Trump verbreitet falsche Umfragen und Verschwörungstheorien
Am Montagmorgen postete der ehemalige US-Präsident auf Truth Social eine Reihe von Umfragen, die von seinen Unterstützern stammen und angeblich eine überwältigende Zustimmung der Amerikaner zu seinen militärischen Aktionen gegen den Iran belegen sollen. Doch diese Umfragen sind manipuliert – unabhängige Erhebungen zeigen das Gegenteil.
Trump behauptete zudem, die Berichte über eine israelische Einflussnahme auf die US-Kriegspolitik seien „Fake News“. In einem Post schrieb er:
„Israel hat mich nie in den Krieg mit dem Iran gedrängt. Die Ereignisse vom 7. Oktober und meine lebenslange Überzeugung, dass der Iran niemals Atomwaffen besitzen darf, haben mich dazu bewegt. Ich sehe mit Entsetzen, wie die Fake-News-Medien und manipulierten Umfragen versuchen, die Realität zu verdrehen. 90 Prozent ihrer Aussagen sind Lügen und erfundene Geschichten. Die Umfragen sind genauso gefälscht wie die Wahl 2020. Die Ergebnisse im Iran werden großartig sein – und wenn die neuen iranischen Führer klug sind, können sie ein prosperierendes Land aufbauen!“
Israels Rolle im Konflikt: Netanyahu als treibende Kraft
Laut Berichten des New York Times traf sich Trump am 11. Februar mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu und weiteren Offiziellen im Situation Room des Weißen Hauses. Netanyahus Druckkampagne soll maßgeblich dazu beigetragen haben, dass die USA in den Krieg gezogen sind.
US-Militärs hatten zuvor vor den Plänen gewarnt und sie als „lächerlich“ bezeichnet. Dennoch ließ sich Trump von der Idee eines Regimewechsels im Iran überzeugen. Noch im März erklärte er gegenüber der Times of Israel, dass Entscheidungen über das Kriegsende nur gemeinsam mit Israel getroffen würden.
Krieg mit verheerenden Folgen
Die militärischen Aktionen der USA und Israels haben Tausende iranische Zivilisten das Leben gekostet und die zivile Infrastruktur des Landes zerstört. Gleichzeitig starben 13 US-Soldaten. Die wirtschaftlichen und politischen Folgen sind gravierend:
- Die Lebenshaltungskosten stiegen weltweit an.
- Internationale Beziehungen, insbesondere zu westlichen Verbündeten, wurden stark belastet.
- Die US-Steuerzahler müssen über 50 Milliarden Dollar für den Krieg aufbringen.
- Die MAGA-Ideologie erleidet einen politischen Rückschlag in den USA.
Trumps ursprüngliches Ziel, die iranischen Atomfähigkeiten zu eliminieren, scheint in weite Ferne gerückt. Trotz früherer Erfolge wie den Angriffen auf die iranischen Nuklearstandorte Fordo, Natanz und Isfahan im Juni gibt es keine klaren strategischen Erfolge.
Experten warnen vor Trumps Realitätsverlust
Politikwissenschaftler und Militärs kritisieren Trumps Aussagen als „völlig realitätsfremd“. Seine Behauptungen über manipulierte Umfragen und eine angebliche Unterstützung der US-Bevölkerung für den Krieg entbehren jeder Grundlage. Unabhängige Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Amerikaner den Krieg ablehnt.
Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Sorge. Die Gefahr einer weiteren Eskalation bleibt bestehen, während Trump weiterhin mit falschen Behauptungen und polarisierenden Aussagen für Aufmerksamkeit sorgt.