Der US-amerikanische TV-Moderator Stephen A. Smith hat sich in einer emotionsgeladenen Diskussion über die jüngste Schießerei vor dem Weißen Haus während des Correspondents' Dinner kritisch zu Donald Trumps Rhetorik geäußert. Auf die Frage von Chris Cuomo in der Sendung „Cuomo“, ob er überrascht über die ausbleibende Veränderung in der politischen Tonlage sei, antwortete Smith mit klaren Worten.
„Ich bin nicht überrascht“, betonte Smith und warf sowohl Demokraten als auch Republikanern vor, ihre Verurteilung von gewalttätiger Rhetorik sei nur ein leeres Ritual. „Keine Seite meint es ernst.“
„Schlimmer als in den 1960ern“
Smith verwies auf die aktuelle politische Atmosphäre und verglich sie mit historischen Krisenzeiten: „Ältere Menschen sagen mir, dass die heutige Rhetorik schlimmer ist als vor der Bürgerrechtsbewegung. Schlimmer als 1963, als John F. Kennedy ermordet wurde. Schlimmer als die polarisierte Stimmung der 1960er.“
Er kritisierte die zunehmende Feindseligkeit in der politischen Debatte, die nicht nur in Medien, sondern auch im direkten Umgang miteinander zu spüren sei. „Es herrscht eine offene Feindseligkeit auf beiden Seiten.“
Trump aufgefordert: „Praktizieren Sie, was Sie predigen!“
Besonders scharf ging Smith mit Donald Trump ins Gericht, nachdem dieser eine Mäßigung der gewalttätigen Rhetorik gefordert hatte. Smith forderte den Präsidenten auf, selbst mit gutem Beispiel voranzugehen: „Handeln Sie endlich, was Sie predigen! Denn Sie wissen genau, wie man Situationen eskalieren lässt.“
„Als Präsident der Vereinigten Staaten provozieren Sie“, so Smith. „Ich gebe Ihnen keine Schuld an der Gewalt – die Täter tragen ihre eigene Verantwortung. Aber wenn es um die Beruhigung der Lage geht, dann geben beide Seiten nur leere Versprechen ab. Keine Seite meint es ernst.“
Lob für Hakeem Jeffries
Ein Politiker, der in Smiths Augen eine ehrliche Haltung zeigte, war der demokratische Fraktionsvorsitzende Hakeem Jeffries. Dieser forderte Republikaner auf, „erst ihr eigenes Haus in Ordnung zu bringen, bevor sie anderen Ratschläge zur Sprache erteilen“.
„Jeffries hat ehrlich Stellung bezogen, statt nur die übliche leere Rhetorik zu wiederholen“, lobte Smith dessen klare Worte.
Hintergrund: Der Vorfall und die Anklage
Bei der Schießerei vor dem Weißen Haus am Samstagabend wurde niemand verletzt. Der Verdächtige, Cole Tomas Allen, ein 31-jähriger Lehrer aus Kalifornien, wurde am Montagmorgen in Washington vor einem Bundesgericht angeklagt. Ihm werden drei Straftaten vorgeworfen, darunter der Versuch, den Präsidenten zu ermorden – ein Verbrechen, das mit lebenslanger Haft bestraft werden kann. Allen plädierte bisher weder auf schuldig noch auf nicht schuldig.
Den vollständigen Beitrag aus der Sendung „Cuomo“ können Sie im Video oben sehen.