Ein bahnbrechendes Urteil eines US-Bundesgerichts öffnet Millionen Steuerzahlern die Möglichkeit, sich Steuern zurückzuholen, die während der COVID-19-Pandemie zu Unrecht als Strafen oder Zinsen erhoben wurden. Der Fall Kwong v. United States vor dem U.S. Court of Federal Claims bestätigte, dass die Pandemie die Steuerfristen von Januar 2020 bis Juli 2023 effektiv aussetzte – länger als bisher vom IRS anerkannt.

Das Gericht urteilte, dass die Regelung in Section 7508A des Internal Revenue Code den IRS verpflichtet, während der gesamten Katastrophenphase sowie zusätzlich 60 Tage lang keine Strafen oder Zinsen zu erheben. Obwohl der offizielle Katastrophenzeitraum vom 20. Januar 2020 bis zum 11. Mai 2023 dauerte, galten Steuererklärungen und Zahlungen erst ab dem 10. Juli 2023 als verspätet.

Erin Collins, die nationale Steuerombudsfrau, erklärte in einer Stellungnahme, dass Dutzende Millionen Steuerzahler für eine Rückerstattung infrage kommen könnten. Betroffen sind nicht nur Privatpersonen, sondern auch kleine Unternehmen, Konzerne, Trusts und Nachlässe. Collins betonte, dass das Problem weit verbreitet sei und nicht nur spezielle Gruppen betreffe.

Obwohl das US-Justizministerium voraussichtlich Berufung einlegen wird, können Steuerzahler bereits jetzt Ansprüche geltend machen. Der IRS selbst wird keine automatischen Rückerstattungen vornehmen – Betroffene müssen aktiv werden.

Wer hat Anspruch auf eine Steuerrückerstattung?

Eine Rückerstattung oder Stornierung von Strafen und Zinsen kommt für Steuerzahler infrage, die während der COVID-19-Katastrophenphase folgende Belastungen hatten:

  • Strafen wegen verspäteter Abgabe von Steuererklärungen oder Zahlungen;
  • Zinsen, die zu früh oder gar nicht berechnet wurden;
  • Zinsen auf Überzahlungen in diesem Zeitraum.

So prüfen Sie Ihren Anspruch und reichen einen Antrag ein

Die Frist für Anträge endet am 10. Juli 2026. Um zu prüfen, ob Sie betroffen sind, und einen Antrag zu stellen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Prüfen Sie Ihre Steuerunterlagen: Nutzen Sie Ihr Individual Online Account auf der IRS-Website, um Ihre Kontoaktivitäten zwischen 2020 und 2023 zu analysieren. Achten Sie auf Strafen oder Zinsen, die in diesem Zeitraum erhoben wurden.
  2. Reichen Sie IRS Formular 843 ein: Dieses Formular dient zur Beantragung einer Rückerstattung oder Stornierung von Strafen und Zinsen. Es muss bis zum 10. Juli 2026 eingereicht werden.
  3. Senden Sie das Formular per Einschreiben: Collins empfiehlt, das Formular per Einschreiben zu versenden, um den Nachweis über die fristgerechte Einreichung zu sichern – besonders bei möglichen Verzögerungen durch die hohe Anzahl an Anträgen.

Angesichts der erwarteten hohen Anzahl an Anträgen könnte es beim IRS zu Verzögerungen kommen. Betroffene sollten daher frühzeitig handeln und ihre Unterlagen sorgfältig prüfen.