Der Aufstieg eines unabhängigen Medienprojekts
Maddy Myers, Chefredakteurin des queeren und frauengeführten Online-Magazins Mothership, hat gemeinsam mit ihrer Mitgründerin Zoë Hannah ein neues Kapitel im Journalismus aufgeschlagen. Das unabhängige Medium, das sich auf Geschlechterfragen und Gaming spezialisiert, startete im Januar 2024. Myers selbst bringt langjährige Erfahrung aus der Spielebranche mit – unter anderem als Moderatorin des Podcasts Triple Click.
Von traditionellen Medien zur Selbstständigkeit
Myers blickt auf eine Karriere im Journalismus zurück, die in den frühen Tagen der Printmedien begann. Sie arbeitete zunächst für ein alternatives Wochenblatt in Boston, später für das Online-Magazin The Mary Sue. Doch der Wunsch nach mehr Gestaltungsfreiheit und inhaltlicher Unabhängigkeit führte sie schließlich zur Gründung von Mothership.
„Wir haben gemerkt, dass wir unsere Visionen besser umsetzen können, wenn wir unser eigenes Projekt starten“, erklärt Myers. „Die Spielebranche braucht mehr Stimmen, die sich für Diversität und Gleichberechtigung einsetzen – und genau das wollen wir mit Mothership tun.“
Warum Indie-Journalismus in der Spielebranche wichtig ist
Mothership positioniert sich als Plattform, die gezielt marginalisierte Perspektiven in den Fokus rückt. Besonders die Repräsentation von Frauen und queeren Menschen in der Gaming-Community steht im Mittelpunkt. Myers betont, dass unabhängige Medien eine entscheidende Rolle spielen, um Nischen zu bedienen, die große Verlage oft vernachlässigen.
„In der Spielebranche gibt es immer noch zu wenig Plattformen, die sich mit Geschlechterfragen auseinandersetzen. Wir wollen diese Lücke füllen und zeigen, dass Gaming viel mehr ist als nur Unterhaltung – es ist auch ein kulturelles Phänomen, das gesellschaftliche Debatten prägt.“
Die Herausforderungen der Selbstständigkeit
Der Schritt in die Unabhängigkeit war mit Risiken verbunden. Myers und Hannah mussten ihre sicheren Jobs aufgeben, um ihr eigenes Projekt zu verwirklichen. Doch der Erfolg gibt ihnen recht: Mothership hat sich schnell einen Namen in der Gaming-Community gemacht und zieht sowohl Leser als auch Unterstützer an.
„Es ist nicht einfach, aber es lohnt sich“, sagt Myers. „Wir haben die Kontrolle über unsere Inhalte und können Themen behandeln, die uns wirklich wichtig sind – ohne Kompromisse.“
Wo Sie Mothership finden
Das Magazin veröffentlicht regelmäßig Artikel, Interviews und Analysen rund um Gaming und Gesellschaft. Interessierte können die Inhalte auf der Website mothership.gg verfolgen. Zudem gibt es einen wöchentlichen Podcast, der auf Apple Podcasts, Spotify und YouTube verfügbar ist.
Für exklusive Inhalte und Bonusmaterial können Leser:innen ein kostenpflichtiges Abo abschließen. Abonnent:innen erhalten zudem Zugang zu einer speziellen Version des Podcasts sowie zu erweiterten Videoinhalten auf YouTube.
„Unabhängiger Journalismus bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen – für unsere Leser:innen und für die Themen, die wir behandeln.“
– Maddy Myers, Chefredakteurin von Mothership
Fazit: Ein Modell mit Zukunft
Mothership steht beispielhaft für einen Trend, bei dem Journalist:innen zunehmend auf unabhängige Plattformen setzen. Besonders in Branchen wie Gaming, wo Diversität und Inklusion immer wichtiger werden, bieten Indie-Medien eine wertvolle Alternative zu etablierten Verlagen. Myers und ihr Team zeigen, dass es möglich ist, mit Leidenschaft und Überzeugung ein erfolgreiches Projekt aufzubauen – auch ohne große finanzielle Rücklagen.
„Wir wollen beweisen, dass es einen Markt für qualitativ hochwertigen, unabhängigen Journalismus gibt“, so Myers. „Und wir sind erst am Anfang.“