Whistleblower enthüllen: Greenhouse Gas Protocol unter Industrieeinfluss

Das Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) gilt als weltweiter Standard für die Messung von Treibhausgasemissionen von Unternehmen. Doch ein neuer Bericht des Ökonomen und Juristen Danny Cullenward – Mitglied im Independent Standards Board des Protokolls – wirft dem Non-Profit schwere Vorwürfe vor.

Laut dem Bericht ist das GHG Protocol undurchsichtig und ideologisch zugunsten der Industrie ausgerichtet. Die Organisation entferne sich zunehmend von ihrer ursprünglichen Verpflichtung zur Rechenschaftspflicht. Cullenward, der aufgrund einer strengen Verschwiegenheitsklausel nicht über interne Vorgänge sprechen darf, stützt seine Kritik auf öffentlich verfügbare Informationen.

Besonders kritisch sei die Abwesenheit unabhängiger Wissenschaftlerstimmen im Entscheidungsgremium. Cullenward warnt:

„Nicht nur hat die Nichtregierungs-Community keine Stimme im Board, sondern das Fehlen dieser Stimmen riskiert, die Arbeit der wissenschaftlichen Mitglieder zu politisieren.“

Das GHG Protocol betont zwar offiziell die Priorität wissenschaftlicher Integrität, doch in der Praxis müssten Wissenschaftler ihre Erkenntnisse gegenüber der Wirtschaft verteidigen. Der Bericht folgt auf jahrelange Bemühungen, die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit des Protokolls zu stärken – bisher jedoch mit begrenztem Erfolg.

US-Gericht stoppt Trumps Blockade von Erneuerbaren-Projekten

Ein weiterer Rückschlag für die Energiepolitik der Trump-Administration: Ein Bundesgericht in Massachusetts hat die Verzögerungstaktik bei Genehmigungen für Wind- und Solarprojekte gestoppt. Richterin Denise Casper urteilte, die Verwaltung verstoße mit den Verzögerungen gegen den Administrative Procedures Act.

Die Entscheidung ist ein Schlag gegen Trumps Strategie, die Entwicklung erneuerbarer Energien zu bremsen. Regionalen Wirtschaftsverbänden gelang es, die Blockade als rechtlich unhaltbar darzustellen. Laut Heatmap-Journalist Jael Holzman könnte das Urteil ein „potenziell tödlicher Schlag“ gegen zentrale Methoden der Trump-Regierung sein, um Bundesgenehmigungen für Erneuerbare zu blockieren.

GE Vernova treibt Bau des ersten nordamerikanischen Mini-Atomkraftwerks voran

Während die Debatte um Klimastandards und Erneuerbare Energien tobt, setzt GE Vernova Hitachi Nuclear Energy auf eine umstrittene Technologie: kleine modulare Reaktoren (SMR). Das Unternehmen führt derzeit den Bau des ersten nordamerikanischen SMR-Projekts in Kanada durch.

Am Standort des Darlington-Kernkraftwerks in Ontario entsteht ein 300-Megawatt-Boiling-Water-Reaktor (BWRX-300) – eine Gemeinschaftsentwicklung mit japanischer Beteiligung. Laut Roger Martella, Leiter für Regierungsangelegenheiten bei GE Vernova, ist das Projekt bereits zu 38 % fertiggestellt und soll bis 2030 Strom liefern.

Die Technologie gilt als vielversprechend, um die Klimaziele zu erreichen, steht jedoch wegen hoher Kosten und Sicherheitsbedenken in der Kritik. Dennoch sieht Martella in SMRs eine „wichtige Säule“ für die künftige Energieversorgung Nordamerikas.