Brancheninitiative für steuerfreie Bitcoin-Zahlungen

Am Dienstag, den 28. April 2026, veranstaltet Bitcoin for Financial Services das Event „Bitcoin als Alltagsgeld“ im Rahmen der Bitcoin 2026 in Las Vegas. Ziel der Veranstaltung ist es, eine bundesweite Steuerbefreiung für Kleinstbeträge (De Minimis) bei Bitcoin-Zahlungen zu erreichen. Die Veranstaltung findet im Satoshi Social Room des Venetian (Räume 2002–2004) statt und wird live sowie per Livestream übertragen.

Teilnehmer und Programm

Die Veranstaltung richtet sich an politische Entscheidungsträger, Branchenexperten und Unternehmer. Im Mittelpunkt steht die Forderung nach einer Steuerbefreiung für Bitcoin-Transaktionen unter 600 US-Dollar pro Zahlung und 20.000 US-Dollar pro Jahr. Das Programm umfasst:

  • Eröffnung durch Janessa Lopez (Head of Digital Assets Policy bei Block) und David Zell (Präsident des Bitcoin Policy Institute) mit einer Diskussion über die aktuelle politische Lage in Washington.
  • Live-Demo „BTC ist Geld“: Lopez zeigt, wie Unternehmen Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren können – etwa beim Kauf eines Kaffees oder der Bezahlung eines Handwerkers.
  • Fragen aus dem Publikum und Networking im Anschluss an die Präsentationen.

Kritik an aktuellen Steuerplänen

Die Initiative reagiert auf aktuelle Gesetzesentwürfe, die eine Steuerbefreiung nur für Stablecoins vorsehen. Eine solche Regelung würde nach Ansicht der Veranstalter das Problem nicht lösen, da jede Stablecoin-Transaktion weiterhin eine steuerpflichtige Bitcoin- oder Ethereum-Transaktionsgebühr erfordern würde.

Hintergrund: Die De-Minimis-Steuerinitiative

Bereits im Januar 2026 hatte eine Koalition aus Block, Bitcoin Policy Institute, Bitcoin Voter Project, Crypto Council for Innovation, The Digital Chamber, MoonPay und River einen offenen Brief an den Vorsitzenden des Senatsfinanzausschusses, Mike Crapo, und den Vorsitzenden des Haushaltsausschusses, Jason Smith, geschickt. Darin wird ein drei Säulen umfassendes Steuerkonzept gefordert:

  • Gleichstellung von Stablecoins: Zahlungsstabilecoins mit GENIUS-Compliance sollen wie Bargeld behandelt werden – ohne Transaktions- oder Jahreslimits.
  • De-Minimis-Befreiung für große Krypto-Assets: Bitcoin und andere etablierte Kryptowährungen (Marktkapitalisierung > 25 Mrd. US-Dollar) sollen von der Steuer befreit werden.
  • Wertbasierte statt gewinnbasierte Besteuerung: Transaktionen bis 600 US-Dollar pro Zahlung und 20.000 US-Dollar pro Jahr sollen steuerfrei sein – ohne komplexe Buchführung für jeden einzelnen Kauf.

„Dieser Rahmen reagiert direkt auf aktuelle Vorschläge aus Washington, die eine Steuerbefreiung nur für Stablecoins vorsehen. Eine solche Regelung würde das Compliance-Problem nicht lösen, da jede Stablecoin-Transaktion weiterhin eine steuerpflichtige Bitcoin- oder Ethereum-Transaktionsgebühr erfordern würde.“

– Pressemitteilung der Koalition

Öffentliche Debatte über Bitcoin-Ausschluss

Die Diskussion um die De-Minimis-Regelung hat sich in den letzten Monaten verschärft. Block-CEO Jack Dorsey kritisierte öffentlich, dass Bitcoin in den Steuerplänen der Regierung benachteiligt werde. In einem Podcast äußerte er sich kürzlich dazu:

„Bitcoin muss als Zahlungsmittel relevant sein, um im Alltag eine Rolle zu spielen.“

Ziel: Gesetzesänderung bis 2026

Die Veranstalter hoffen, mit dem Event Druck auf die Politik auszuüben, um noch in dieser Legislaturperiode eine Gesetzesänderung zu erreichen. Die Teilnehmer sollen konkrete Schritte zur Umsetzung der Steuerbefreiung diskutieren und eine gemeinsame Strategie entwickeln.

Die Veranstaltung wird von Wyatt O’Rourke und Jordan Guess (Bitcoin for Financial Services) moderiert. Interessierte können sich online anmelden oder den Livestream verfolgen.