Bitcoin strebt 80.000 Dollar an – Fed-Entscheidung als Schlüssel

Bitcoin-Händler peilen einen Kurs von 80.000 Dollar an. Vor dem nächsten Treffen der US-Notenbank Federal Reserve im April suchen Investoren nach Hinweisen zur künftigen Zinspolitik. Max Kahn, CEO des Investmentunternehmens Digital Wealth Partners, sieht mehrere günstige Faktoren für die größte Kryptowährung der Welt.

Zu diesen Faktoren gehören makroökonomische Dynamik und eine stabile institutionelle Nachfrage. Kahn identifiziert 80.000 Dollar als entscheidende Marke, an der entweder Widerstand auftritt oder Gewinnmitnahmen beginnen könnten – noch vor der Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed am 29. April.

Senatsanhörung von Kevin Warsh wirft Fragen auf

Die Spekulationen um die künftige Führung der Fed nehmen zu, nachdem der Senat den von Präsident Donald Trump nominierten Kandidaten Kevin Warsh intensiv befragt hat. Warsh gilt als Krypto-Befürworter, doch die Anhörung konzentrierte sich auf politische Einflussnahme, Zinspolitik und die zukünftige Ausrichtung der Zentralbank.

Jerome Powells Amtszeit als Fed-Chef endet am 15. Mai. Der aktuelle Vorsitzende steht seit langem in Konflikt mit Trump, der wiederholt niedrigere Zinsen gefordert hat. Die bevorstehende Neubesetzung der Fed-Führung gilt als entscheidender Katalysator für risikoreiche Anlageklassen wie Bitcoin, die stark von der Liquiditätspolitik der Zentralbank abhängen.

Experten: Niedrigere Zinsen begünstigen Kryptowährungen

Analysten betonen, dass eine lockere Geldpolitik der Fed traditionell risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen begünstigt. Jonathan Yark, Leiter des quantitativen Handels bei Acheron Trading, erklärt:

„Risikoanlagen sind auf eine starke Performance bis Jahresende positioniert, und Bitcoin passt als quasi-Reservewährung perfekt in dieses Szenario.“

Was sagte Kevin Warsh während der Senatsanhörung?

Am Dienstag wurde Warsh vom Bankenausschuss des Senats zu seiner geplanten Führung der Fed befragt. Der 56-jährige ehemalige Fed-Gouverneur vermied jedoch eine klare Aussage, ob er Trumps Forderung nach niedrigeren Zinsen unterstützt. Kein Senator fragte ihn direkt, ob die Zinsen innerhalb eines bestimmten Zeitraums gesenkt werden sollten.

Auf die Frage, ob Trump ihn aufgefordert habe, niedrigere Zinsen zuzusagen, antwortete Warsh eindeutig:

„Der Präsident hat mich nie gebeten, eine Zinsentscheidung vorwegzunehmen, zuzusagen oder festzulegen. Ich würde einer solchen Bitte niemals zustimmen.“

Zweifel an der Unabhängigkeit der Fed

Trotz Warshs Aussage äußerten Senatoren Zweifel an der Unabhängigkeit der Zentralbank von politischer Einflussnahme. Senatorin Elizabeth Warren, ranghöchste Demokratin im Bankenausschuss, warnte:

„Trump will keine unabhängige Fed. Er hat sogar gesagt: ‚Wer mir widerspricht, wird niemals Fed-Chef.‘ Und er hat deutlich gemacht, dass Sie sein ‚Marionetten-Chef‘ sein werden, indem er letzte Woche sagte, die Zinsen würden sinken, ‚sobald Kevin das Amt übernimmt.‘“

Trump steht seit langem im Konflikt mit Powell, der sich weigert, die Zinsen aufgrund der fragilen makroökonomischen Lage – verursacht durch Trumps chaotische Außenpolitik – zu senken. Die meisten Fed-Chefs verlassen die Zentralbank nach Ablauf ihrer Amtszeit, doch Powell hat bisher nicht bekannt gegeben, ob er dies tun wird.

Warsh’s Pläne für die Fed

Während der Anhörung betonte Warsh, dass er tiefgreifende Reformen bei der Fed anstrebt. Dazu gehören die Reduzierung der Bilanzsumme, eine Überarbeitung der Inflationsmessung sowie eine mögliche Anpassung der Häufigkeit von Zinsentscheidungen und der Kommunikation mit der Öffentlichkeit.

  • Bilanzverkleinerung: Warsh plädiert für eine Straffung der Fed-Bilanz.
  • Inflationsmessung: Er will die Methodik zur Berechnung der Inflation überprüfen.
  • Kommunikation: Mögliche Anpassung der Häufigkeit von Fed-Sitzungen und der Öffentlichkeitsarbeit.

Ausblick: Bitcoin zwischen Hoffnung und Unsicherheit

Während Investoren auf positive Signale für Bitcoin hoffen, bleibt die Unsicherheit über die künftige Geldpolitik der Fed bestehen. Die Anhörung von Warsh hat gezeigt, dass politische Einflüsse auf die Zentralbank eine zentrale Rolle spielen könnten. Für Bitcoin und andere risikoreiche Anlagen wird die Entscheidung der Fed im April zu einem entscheidenden Faktor.

Quelle: DL News