Christopher Nolan hat sich in einem ausführlichen Interview mit Time zu den Vorwürfen der historischen Ungenauigkeiten in seinem kommenden Epos „The Odyssey“ geäußert. Besonders die schwarze Rüstung des Agamemnon und die Besetzung des Rappers Travis Scott als antiker Barde sorgten für Diskussionen.
Schwarze Rüstung: Nolan erklärt den Stil
In den Trailern trägt Agamemnon – gespielt von Benny Safdie – eine auffällige schwarze Rüstung, die von Historikern als ungenau kritisiert wurde. Einige verglichen sie sogar mit Batmans Kostüm. Nolan widersprach diesen Vorwürfen und verwies auf eine mögliche historische Grundlage:
„Es gibt mykenische Dolche aus geschwärztem Bronze. Die Theorie besagt, dass man Bronze damals tatsächlich schwärzen konnte. Man nimmt Bronze, fügt mehr Gold und Silber hinzu und verwendet Schwefel … Mit Agamemnons Rüstung versucht unsere Kostümdesignerin Ellen Mirojnick, seine Erhabenheit gegenüber den anderen Soldaten zu vermitteln. Das erreicht man durch Materialien, die sehr teuer gewesen wären.“
Travis Scott als antiker Barde: Warum die Besetzung passt
Ein weiterer Kritikpunkt war die Besetzung von Travis Scott als Barde in „The Odyssey“. Viele fragten sich, warum ein moderner Rapper eine Rolle in einem antiken Epos übernehmen sollte. Nolan begründete die Wahl mit dem kulturellen Kontext des Werks:
„Ich habe ihn besetzt, weil ich damit die Idee unterstreichen wollte, dass diese Geschichte als mündliche Dichtung überliefert wurde – ähnlich wie Rap.“
Nolan vergleicht „The Odyssey“ mit „Interstellar“
Der Regisseur betonte, dass er auch bei „The Odyssey“ großen Wert auf eine glaubwürdige Welt gelegt habe – ähnlich wie bei „Interstellar“, das von Wissenschaftlern für seine physikalischen Ungenauigkeiten kritisiert wurde. Für ihn gehe es darum, eine spekulative, aber dennoch überzeugende Darstellung zu schaffen:
„Bei ‚Interstellar‘ fragt man sich: ‚Wie könnte die Zukunft aussehen?‘ Bei der Antike ist es dasselbe: ‚Wie könnte die beste Spekulation aussehen, um eine Welt zu erschaffen?‘ Ich hoffe, die Zuschauer genießen den Film, auch wenn sie nicht alles für historisch korrekt halten. Bei ‚Interstellar‘ haben viele Wissenschaftler kritisiert – aber man sollte nicht denken, dass man das Projekt leichtfertig angegangen ist.“
Premiere am 17. Juli
„The Odyssey“ kommt am 17. Juli in die Kinos. Bis dahin bleibt abzuwarten, ob Nolans Erklärungen die Kritiker überzeugen – oder ob die Debatte um historische Genauigkeit weitergeht.